Die diversen o in Otto Boriks Namen, gepaart mit einer tiefen Stimme, lassen mich unwillkürlich an seine Vertrauenswürdigkeit denken. Im Rampenlicht stehen ist seine Sache nicht, doch zu Boriks 70. Geburtstag erfuhr der Journalist Hartmut Metz in einem Interview für die Website de.chessbase.com bei aller Zurückhaltung doch einiges:

Wie er nach der Wende – als er erstmals nach 22 Jahren wieder nach Tschechien fahren konnte – auf dem Wenzelsplatz stand und wie ein Schlosshund heulte. Dort hatte er 1968 gegen die sowjetischen Panzer demonstriert, später emigrierte er, ebenso wie Vlastimil Hort und Lubomir Kavalek.

Wie er hierzulande Internationaler Meister wurde und bei den Schacholympiaden 1978 in Buenos Aires und 1980 auf Malta für die Bundesrepublik Deutschland spielte (wobei ich als Mannschaftskamerad seine "kernige" Ehrlichkeit schätzen lernte, was sogar zu gemeinsamen Büchern führte).

Wie er indes 1979 das Profidasein aufgab und seitdem mit Herzblut, bestens unterstützt von seiner Frau Annette, als Chefredakteur das Schach-Magazin 64 betreibt: "Hoffentlich noch lange – solange bei uns beiden der Kopf noch funktioniert."

Und das möge dieser essenzielle Körperteil eines Schachspielers jetzt bitte auch bei Ihnen tun!

Mit welcher prächtigen Opferkombination konnte Borik als Schwarzer 1973 in Bad Waldliesborn den weißen König aus seiner scheinbar sicheren Höhle zerren und in der Brettmitte matt setzen?

Lösung aus Nr. 52:

Welche Kombination gewann für Weiß?

Nach dem Damenopfer 1.Dd6! war Schwarz verloren: 1...Txe1+ 2.Txe1 Dxd6 3.Te8+ Df8 4.Txf8 wäre matt, auch 1...Dd8 2.Df6! wäre hoffnungslos. In der Partie kam 1...f5 2.Txe8+ Dxe8 3.Df6 Dd7 (3...Df7 4.Dd8+) 4.Df8 matt