In der Kolumne "Zeitzeichen" schreibt der Reporter Ulrich Stock regelmäßig aus dem Redaktionsalltag von ZEIT und ZEIT ONLINE.

Was soll man glauben? Das ist im Persönlichen jedem selber überlassen. Die ZEIT schreibt ihrem Kollegium keine religiöse Orientierung vor. Geht es indes um die Qualität von Texten, sollte man nicht glauben, sondern wissen, und der Weg dahin ist das Zweifeln.

Keine Information ungeprüft zu übernehmen zählt zum journalistischen Handwerk. Das klingt einfacher, als es in der Praxis manchmal ist. Wer schreibt, muss genau recherchieren und präzise formulieren. Wer den Text dann redigiert, muss nachfragen, wenn etwas missverständlich, widersprüchlich oder falsch ist. Man darf in einem Bericht durchaus spekulieren, doch hat die Spekulation immer kenntlich zu sein.

Unsere Online-Redaktion bemüht sich bei aktuellen Geschehnissen, die noch andauern, um äußerste Klarheit. Da wird dann sogar aufgelistet: was wir über den Vorfall wissen, was wir noch nicht wissen.

Eine unzutreffende Darstellung kann böse Konsequenzen haben, sowohl für die in einem Artikel genannten Personen als auch für den Autor und die Zeitung. Der gute Ruf ist unser Kapital. Wenn wir also einen gravierenden Fehler machen, dann heißt es, ihn öffentlich einzubekennen und zu korrigieren.

Das gilt ausnahmslos. In jenem Ressort, das sich kühn Wissen nennt, wie auf jener Seite Glauben & Zweifeln, die den schwankenden Boden ihres Gegenstands schon im Namen trägt.