DIE ZEIT: Vor vier Jahren haben Sie einmal erzählt, wie Sie Ihr Geld anlegen: relativ riskant und vor allem in Aktien. Sie müssen gut verdient haben seither, Aktien liefen hervorragend.

Eugene Fama: Ich denke, Sie haben recht. Aber ich schaue mir das, ehrlich gesagt, nicht so oft an.

ZEIT: Ist der Boom am Aktienmarkt gefährlich?

Fama: Nein. Die Gewinne der Firmen sind sehr hoch, zumindest bei uns in Amerika, also können die hohen Bewertungen durchaus berechtigt sein.

ZEIT: Sie halten die steigenden Kurse für rational?

Fama: Das ist das, was ich immer denke.

ZEIT: Sie haben den Nobelpreis für Ihre Theorie rationaler Märkte erhalten. Können Sie Ihre Theorie in einfachen Worten erklären?

Fama: Sie besagt, dass die Preise an Märkten immer alle aktuell verfügbare Information enthalten. Das bedeutet, dass man den Markt nie schlagen kann. Man sollte gar nicht versuchen, besser anzulegen als die anderen. Man sollte lieber breit streuen. Man kann nur überlegen, wie riskant man investieren will.

ZEIT: Das bedeutet, dass reiche Leute nicht besonders klug investiert haben?

Fama: Genau. Sie hatten einfach Glück.

ZEIT: Sie glauben auch, dass man Blasen nicht erkennen kann.

Fama: Ich glaube nicht an Blasen.

ZEIT: Wieso?

Fama: Wenn ich mir die Geschichte der Preise anschaue, dann ist es unmöglich, eine Zeit zu finden, in der man mit großer Sicherheit vorhersagen konnte, dass die Preise auf irgendeinem Markt, seien es Aktien oder Gold oder Immobilien, bald heruntergehen. Und das ist für mich eine Blase. Man muss vorhersagen können, dass und wann sie platzt. Wenn man das nicht kann, dann ist es nachlässig, das Wort Blase dafür zu verwenden.

ZEIT: Sie wollen sagen, Dinge, die man nicht vorhersagen kann, existieren nicht?

Fama: Nein. Aber man kann etwas nicht heute Blase nennen, wenn man nicht weiß, ob und wann es zu Ende geht. Das ist ein schlampiger Umgang mit dem Wort.