In einem Interview hat die Schriftstellerin Ildikó von Kürthy gesagt: "Der Hund zwingt dich zum besseren Leben: Mehr Bewegung an der frischen Luft und stets ein paar getrocknete Bullenhoden in der Tasche. Was kann es Schöneres geben?"

Abgesehen davon, dass schönere Dinge als Tascheninhalt vorstellbar sind (Dollarbündel, Maserati-Schlüssel, Dose Kaviar), ist die Frage brisant. Was kommt hier zum Ausdruck? Ein totemistisches Verhältnis zur Kritik am Patriarchat? Ein kulinarischer Sonderweg? Snacken Schriftstellerinnen beim Spaziergang überhaupt? Und wenn ja, sind Gummibärchen als Kauartikel für Menschen nicht besser geeignet?

Hamburgs erfolgreichste Autorin hat jedenfalls ein weiteres Buch geschrieben: Hilde – Mein neues Leben als Frauchen. Untertitel: Sehnsucht an der Leine, Irrsinn auf der Hundewiese und spätes Glück mit Gassibeutel (Wunderlich Verlag, 318 S., 19,95 €).

Wir haben Hamburger Kritiker gebeten, diesen Text zu lesen und – siehe die Zitate  – zu kommentieren. Experten, die die entscheidenden Fragen stellen: Ist das ein Werk, mit dem sich Hunde identifizieren können? Bietet dieses Buch Einsichten in ihre Nöte und Wünsche? Oder ist es nur die nächste Nabelschau eines Großstädters, der seine narzisstischen Belange auf Tiere projiziert? Heutzutage glaubt ja jeder, nur weil er dank eines Bandscheibenvorfalls kurzzeitig die Welt auf Wadenhöhe erlebt hat, er sei ein harter Hund. Werden hier Klischees bewirtschaftet (Jogger- und Briefträgerjagd)? Und, besonders wichtig: Gibt es eine politische Agenda (Verhältnis zum rechten Rand – Bullterrier, Rottweiler usw.)?  

Alle Zitate sind erfunden. Die Hunde gibt es wirklich. Man kann sie adoptieren.  Mehr Informationen unter www.hamburger-tierschutzverein.de