An einem Januarmorgen 2018 sitzt die Schweizer Schauspielerin Esther Gemsch im Büro eines Anwalts in Zürich. Sie ist 61, zierlich, blond. "Ich habe dank Dieter Wedel einen Gang durch die Hölle gemacht", sagt sie. "Die Sache belastet mich und meine Familie bis heute massiv." Gemsch hat sich an die ZEIT gewandt, nachdem sie im Magazin der Zeitung vor drei Wochen einen Artikel gelesen hatte. Darin hatten mehrere Frauen schwere Vorwürfe gegen den deutschen Regisseur Dieter Wedel erhoben. Der Mut der Schauspielerinnen, ihre Geschichten zu erzählen, habe sie sehr bewegt, sagt Esther Gemsch. Auf einen derartigen Beitrag habe sie jahrzehntelang gewartet. Er hat sie dazu bewogen, nun auch von ihrem eigenen "Drama" zu erzählen, das im Dezember 1980 im bayerischen Bad Kissingen seinen Anfang genommen habe.
Dieter Wedel: Der Schattenmann
Weitere Schauspielerinnen erheben schwere Vorwürfe gegen den Regisseur Dieter Wedel. Ihre Berichte handeln von üblen Schikanen, Körperverletzung und sexuellen Attacken bis hin zur Vergewaltigung.