Der Legende nach hörte ein musikbegeisterter Graf den Jungen im Gasthof seines Vaters singen. Er nahm ihn in seine Obhut und zeichnete den Bürgersohn mit einem Platz im Kolleg für junge Adelige aus. Obwohl er bei Hof als Chorknabe diente, lockte ihn die Musik nicht, lieber lernte er Sprachen und studierte Jura. Doch sein Gönner drängte ihm ein Stipendium in einer Hochburg der Gesangskunst auf. Bei einem Meister der neuen Musik versuchte er sich an ersten Kompositionen, zuletzt gelang ihm kunstvolle Vokalmusik. Nach seiner Rückkehr diente er als Hoforganist und Prinzenerzieher.

Sein Ruf drang über die Landesgrenzen, ein mit seinem Herrn befreundeter Fürst lieh ihn für eine Taufmusik aus und band ihn nach vielem Hin und Her an sich. 55 Jahre stand er der Hofkapelle vor, schuf Werke für geistliche und weltliche Feste, für Friedensschlüsse und Fürstentage, allein zehn Hochzeitsmusiken stammen aus seiner Feder. Hin und wieder diente er auch anderen Höfen, reorganisierte Hofkapellen und sorgte für den Wiederaufbau zerstörter Kirchen.

Trotz aller Erfolge und Ehren wurden ihm seine letzten Jahrzehnte zur Mühsal. Die Tode seiner Frau, seiner Brüder und seiner beiden Kinder ließen ihn vereinsamen, Geldmangel bedrohte die Existenz der Hofkapelle. Einige Jahre wich er an andere Höfe aus, kehrte aber letztlich an seine alte Wirkungsstätte zurück. Mit über 70 Jahren trat er in den Hintergrund, zog sich krank und fast taub in seine Heimatstadt zurück. Eine Urenkelin folgte als letztes Mitglied seiner Familie seinem Sarg. Wer war’s?

Lösung aus Nr. 4:

Prof. Dr. Dr. Gerhard Roth, geb. 1942 in Marburg, zählt zu den bekanntesten Hirnforschern. Promoviert in Philosophie und Zoologie, lehrt er seit 1976 als Professor Verhaltensphysiologie und Neurobiologie. Er veröffentlichte einige Sachbücher(z. B. "Wie das Gehirn die Seele macht") und leitet eine Unternehmensberatung