Falls Sie auch all der Nachrichten aus Ungarn gründlich überdrüssig sind – heute einmal ein Kontrastprogramm, bei dem Grenzen jedweder Art ausnahmsweise spielend leicht überwunden werden. Am zweiten Sonntag im Oktober fand in Budapest wieder das Global Chess Festival statt. Tausende Erwachsene, Kinder und Gäste aus 16 Ländern ließen sich in die Zauberwelt des Schachs entführen, zeitgleich begleitet von ähnlichen Veranstaltungen überall auf der Welt – in Holland gab es beispielsweise einen Wettkampf eines 7-Jährigen gegen einen 97-Jährigen.

Man konnte auf Gartenschachs spielen, aber auch mit Figuren aus Marzipan, die diesen Tag naturgemäß nicht überstanden. Stelzenläufer und ein Ballett in Schachkostümen, Kinder mit kunstvoll gemalten Springern auf der Stirn – Schach allerorten.

Als ideales Kommunikationsmittel "ohne Sprachbarrieren und Diskriminierung in Bezug auf Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion, körperliche Fähigkeiten oder sozialen Status", wie die Website de.chessbase.com schreibt.

Treibende Kraft dieses Festivals ist Judit Polgár. Wohl hat sich Judit, die elf Weltmeister bezwang und einst zu den Top Ten gehörte, vom Wettkampfschach zurückgezogen, doch nach wie vor scheint ihre (Schach-)Energie unerschöpflich. Und viel verlernt hat sie auch nicht.

Sehen Sie, wie sie als Weiße beim Simultan den Bauernraub ihres Gegners auf e4 im letzten Zug, schier ohne nachzudenken, bestrafte?

Lösung aus Nr. 4:

Wie konnte Schwarz am Zug schnell gewinnen?

Nach 1...Sa5! drohte furchtbar 2...Sab3+. Dagegen hätte auch 2.b4 Sab3+ 3.Kb2 Sa4+ mit Damengewinn nicht geholfen. Weiß versuchte noch 2.e4, gab aber nach 2...Sab3+ wegen 3.Kb1 Td1+ 4.Kc2 Tc1 matt auf

Anm. d. Red., 25.1.2018: Im Originalartikel war ein Satz missverständlich formuliert. Wir haben dies hier korrigiert.