Dass Kevin Trapp, Kevin Volland, Kevin Großkreutz, Kevin Kampl, Kevin De Bruyne, Kevin Prince Boateng, Kevin Kurányi und Kevin Kruschke bald unter dem Trainer Kevin Keegan zusammen für den Edelclub FC Chelsea kicken, ist in etwa so wahrscheinlich wie die Ankündigung, dass Kevin Bacon in einem Bio-Pic über Kevin Costner Kevin Kline spielt. Oder Kevin Spacey als irischer Heiliger Kevin von Glendalough den Asketen in sich auslebt.

Trotz aller Prominenz hat Kevin einen Karriereabsturz vom beliebtesten Vornamen Deutschlands (1991) zum sozialen Stigma der Neuzeit hingelegt. Was renommierte Soziologen seit Jahren vergebens versuchen, ist nun einem Berliner Juso in wenigen Tagen gelungen: nachzuweisen, dass ein Kevin nicht zwingend leistungsschwächer, verhaltensauffälliger, Chantal-hafter daherkommt als, sagen wir mal, ein Martin. Oder ein Sigmar. In seiner Rolle als "Der mit dem Schulz tanzt" hat Kevin Kühnert zugleich den Geist der Genossen reanimiert wie einen in Verruf geratenen Vornamen rehabilitiert. Nicht nur Sozialdemokraten wissen jetzt wieder, was Kevin ursprünglich bedeutet: "freundlich, ehrlich, gut aussehend von Geburt". So wie Peter.