Wir haben die Sondierungen nun abgeschlossen und dabei festgestellt, dass es prinzipiell möglich ist, unsere Tochter vom Sommer an auf ein Gymnasium zu schicken. In den nun beginnenden Verhandlungen mit der Schulleitung wollen wir aber noch einige Verbesserungen durchsetzen: Die sachgrundlose Begrenzung der Noten auf sehr gut und gut muss kommen, unsere Tochter ist im sozialen Status den Schülern der Oberstufe gleichzustellen, und unsere andere Tochter, die bereits ein Gymnasium besucht, soll ihre Schwester – wann immer sie möchte – besuchen dürfen, allein schon aus humanitären Gründen. Ohne Begrenzung, Gleichstellung und Familiennachzug geht gar nichts – schließlich muss unsere Tochter dem ausgesuchten Gymnasium am Ende ja noch zustimmen.

Die Klassenlehrerin unserer Tochter heißt, kein Witz, Merkel. Jahrelang hat Frau Merkel die Klasse souverän durch manche Krise geführt, schulweit genießt sie höchstes Ansehen. Nach den Winterferien beginnt ihre letzte Runde an der Spitze der 6a. Der lange Abschied von Frau Merkel hat begonnen. Jedes Mal, wenn ich sie sehe, werde ich ein bisschen wehmütig: Wenn Frau Merkel im Sommer Tschüss sagt, ist Angela vielleicht schon weg.