1. Elterngeld

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Elterngeld wird seit 2007 ausgezahlt und schwankt, je nach vorherigem Gehalt, zwischen 300 und 1.800 Euro monatlich. In den ersten zehn Jahren seines Bestehens haben über acht Millionen Menschen Elterngeld erhalten – deutlich mehr Mütter als Väter.

2. Kita-Plätze

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Seit 2013 haben Eltern einen Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz für ihre Kinder ab dem 1. Geburtstag. In den bundesweit etwa 55.000 öffentlichen Betreuungseinrichtungen werden derzeit 763.000 Kinder zwischen null und drei Jahren betreut, das sind 33 Prozent.

3. Ganztagsschule

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Die Ganztagsschule sollte eine Antwort auf den Pisa-Schock sein, doch bis heute ist ihr Erfolg politisch umstritten. Zwei von drei Schulen haben mittlerweile ein Ganztagsangebot. Vier von zehn Schülern nehmen es in Anspruch, 2002 war es nur jeder zehnte.

4. Inklusion

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Dass in Regelschulen inzwischen auch körperlich und geistig behinderte Kinder sitzen, ist für viele Lehrer die Herausforderung ihres Lebens. Inklusion wird überall anders gehandhabt: Bremen hat sie stark vorangetrieben, Hessen und Bayern kaum.

5. Migration

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Laut Statistischem Bundesamt hat rund ein Drittel der unter 20-Jährigen in Deutschland einen Migrationshintergrund. Sie haben also mindestens einen Elternteil, der bei seiner Geburt keinen deutschen Pass hatte.

6. Kooperationsverbot

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Seit der Föderalismusreform 2006 ist dem Bund die Forschungsförderung erlaubt. Die Schulen jedoch fallen weiterhin unter die Kulturhoheit der Länder. Ob das so bleibt? Darüber streiten Union und SPD in den Koalitionsverhandlungen – wieder einmal.

7. Turbo-Abitur

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13 Jahre bis zum Abi? Das muss schneller gehen, sagte die Politik Anfang des Jahrtausends und strich ein Schuljahr: G8! Es regte sich Widerstand: Zurück zu G9! Nur im Osten nicht. Da gab es schon immer G8, das ist bis heute so.

8. Bologna

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1999 unterzeichnen Bildungsminister aus 29 Ländern ein Millenniumsmanifest: die Bologna-Erklärung. Seitdem studiert man auf B. A. und M. A. Heute gibt es noch 42 Magisterstudiengänge in Deutschland – und 19.000 Bachelor- und Masterprogramme.

9. Exzellenzinitiative

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2005 initiierte die damalige Bildungsministerin Bulmahn (SPD) einen Wettbewerb unter deutschen Unis: die Exzellenzinitiative. Man wollte die Spitzenforschung stärken, für mehr internationale Sichtbarkeit. Heute firmiert das Programm als "Exzellenzstrategie".

10. Studierende

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Nach der Bildungsexpansion der siebziger Jahre rechnete man mit einem Einbruch der Studierendenzahlen. Das Gegenteil war der Fall, heute sind an Fachhochschulen und Universitäten über 2,8 Millionen Studenten eingeschrieben, eine Million mehr als 1998.

11. Professorinnen

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1998 waren nur zehn Prozent der Professuren von Frauen besetzt, heute ist Gleichstellung ein erklärtes Ziel der Wissenschaft. Die Zahlen aber steigen nur langsam. Inzwischen sind 23 Prozent aller Professoren weiblich.

12. Start-ups

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Internet, Software, Biotech: Anfang der 2000er schwappte das Gründerfieber aus den USA nach Deutschland. Start-ups sind längst kein Nischengeschäft mehr. Sie schaffen im Schnitt 13 Arbeitsplätze, Investoren stecken immer mehr Geld in die jungen Firmen.

13. Selbstständigkeit

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Die Hartz-Reformen unter Kanzler Schröder motivierte Arbeitnehmer zur Selbstständigkeit. Die Ich-AG boomte, auch dank des Gründungszuschusses für Arbeitslose. Die Zahl der Selbstständigen stieg zwischen 1998 und 2016 um rund 550.000.

14. Pay-Gap

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Gleiche Arbeit, unterschiedliches Gehalt? Davor soll das neue Lohntransparenzgesetz schützen. Angestellte können seit diesem Jahr das durchschnittliche Gehalt ihrer Kollegen erfragen. Das Gesetz greift nur, wenn der Betrieb mindestens 200 Mitarbeiter hat.