Jedes Werk hat für gewöhnlich seinen Preis. Galerien arbeiten meist mit Preislisten, egal ob sie die Kunst in ihren Räumen oder auf Messen ausstellen. Diese Listen liegen selten aus, aber man kann danach fragen. Manche Händler, wenn auch selten, schreiben ihre Preise direkt neben die Arbeiten. Anders funktioniert es auf der Brüssel Art Fair, kurz Brafa.

Wer auf der aktuellen Messe, die noch bis zum 4. Februar läuft, durch die Kojen geht und ägyptische Skulpturen oder chinesisches Porzellan anschaut, stellt fest: Ein Teil der Galeristen nennt keine festen Preise, sondern Spannen. Die Angaben reichen von 500.000 Euro bis zu einer Million Euro für ein und dasselbe Werk. Bei Auktionen ist es üblich, dass Experten für jede Arbeit einen Mindest- und einen Höchstpreis ermitteln, an dem sich Bieter orientieren können. Aber bei Messen wie der Brafa ist so eine Preisspanne ungewöhnlich. Wozu diese Taktik?

Die Händler verfolgen damit verschiedene Ziele, je nachdem, wer vor ihnen steht. Journalisten, die den Wert veröffentlichen wollen, erfahren keine konkrete Summe. Ebenso behalten die Händler Konkurrenten gegenüber für sich, was sie nehmen. Und sprechen sie mit Experten, erfahren sie, was diese als angemessen bewerten. Denn es gibt Spielraum bei den Preisen: Private Sammler kaufen zu anderen Bedingungen als Museen, große Sammlungen bezahlen mehr als kleine. Manchmal gewinnt man allerdings auch den Eindruck, dass sich das Team einfach schlecht abgesprochen hat. Wie am Stand eines Händlers für außereuropäische Kulturen, der Masken aus dem Kongo anbietet. 18.000 Euro pro Exemplar, sagt der Mitarbeiter. 30.000 Euro erklärt später der Galerist. Schon klar, bei wem man kaufen würde.