Ehrungen, Auszeichnungen, Trophäen – sein Berufsweg war fast zwanzig Jahre lang damit gesäumt. Gleichwohl sah man ihn auch schon mal mit gesenktem Kopf als unglücklichen Verlierer. Aber vielleicht ist das jetzt sogar von Vorteil in seiner aktuellen Position. "Wenn man unten ist, muss man wissen, wie man wieder nach oben kommt. Wenn man oben ist, muss man versuchen, so lange wie möglich dort zu bleiben", erklärt er seine Philosophie. Er weiß aus Erfahrung, dass eine kleine Unachtsamkeit den Absturz herbeiführen kann – und dass man trotzdem wieder an den Erfolg anknüpfen kann.

Seit zwei Jahren läuft es ziemlich rund für ihn, was nicht von allen erwartet wurde. Galt er doch als in sich gekehrt, dabei zuweilen unberechenbar. Aber trotz solcher Eigenschaften steckte in ihm immer auch das Alphatier, wie sich nun erneut zeigt, ein kluger Dirigent. "Ich bin jetzt erfahrener, meine Kinder sind groß, und ich besitze eine gesunde innere Distanz. Ich genieße einfach das Glück, das mir zuteilwurde", sagte er in einem Interview.

Nie hat er vergessen, dass er aus einfachen Verhältnissen stammt, nie aufgehört, dem Vater dankbar zu sein, der die siebenköpfige Familie als Fabrikarbeiter und Nachtwächter finanziell über Wasser hielt. Er hat seinem Sohn die Werte vermittelt, nach denen dieser bis heute lebt und die ihn so beliebt machen: Fleiß, soziales Engagement, Bescheidenheit.

Auch er möchte seinen vier Kindern unbedingt ein Vorbild sein. Und die treten, wen wundert’s, alle schon in Papas Fußstapfen. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 5:

Heinrich Schütz (1585 bis 1672) war der bedeutendste deutsche Komponist vor Johann Sebastian Bach. 1609 bis 1613 weilte er in Venedig als Schüler von Giovanni Gabrieli. 1617 übernahm Schütz die Hofkapelle des Kurfürsten von Sachsen. Krönung seines Schaffens ist die als "Schwanengesang" bekannte Vertonung des 119. Psalms