Der Engländer Nigel Short, der 1993 im WM-Kampf gegen Garri Kasparow verlor, ist immer noch ein starker Großmeister, aber auch ein (Schach-)Globetrotter, der gerne zu Turnieren und Simultanspielen in die entlegensten Winkel der Erde reist und davon in seinen Short Storys in der Zeitschrift New in Chess humorvoll und in exquisitem Englisch berichtet.

Letztes Jahr war Nigel auf den Kaimaninseln, einem britischen Überseegebiet in der Karibik und einer Steueroase par excellence: 85 Prozent der Hedgefonds weltweit sind dort beheimatet. An Geld mangelt es also nicht – doch wie leitet man etwas davon zum darbenden Kulturgut Schach?

Höchst ermutigend ist jedenfalls, dass alle Teilnehmerinnen des Miss-Kaimaninseln-Schönheitswettbewerbs schon die Schachregeln erlernten. Ein großer Erfolg war dann die Gala mit einem Simultanspiel Nigels, bei dem viele beschwingte Zuschauer, wohl zusätzlich animiert durch freie Getränke, die Partien verfolgten: Zum guten Schluss jedenfalls waren 30 000 Dollar für den Schachunterricht in Schulen zusammengekommen. Als schließlich beim Abschiedsessen einer der Unterstützer am selben Tag als Finanzminister vereidigt worden war, hatte sich auch das Problem der Gemeinnützigkeit bestens gelöst.

Und Sie lösen nun bitte zum krönenden Abschluss "Nigels Unsterbliche".

Mit welchem einmaligen Zug wob Short als Weißer 1991 ein unzerreißbares Mattnetz um den König von Jan Timman?

Lösung aus Nr. 5:

Wie "rächte" sich Weiß für den Bauernraub des Springers auf e4?

Nach 1.Lxe4 Sxe4 2.Sxe4 Dxe4 gewann der Läuferrückzug 3.Ld2! die schwarze Dame (3...Dxe1+ 4.Txe1 Txe1+ 5.Lxe1 mit langfristigem Gewinn), weil 3...Dxd4? 4.Txe8+ Lf8 5.Lh6! sofort verlöre