Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Die Grundfesten der Welt wurden in diesen Tagen gleich in dreifacher Weise erschüttert. Zunächst war zu erfahren, dass die Pazifikinsel Nauru die letzten drei Jahre ohne Facebook auskommen musste. Verbotenerweise. Im ersten Reflex könnte man das im Sinne geistiger Müllvermeidung für eine famose Idee halten. Dann teilte uns die Wissenschaft mit, dass der Specht durchaus Gehirnerschütterungen davonträgt. Er klopft etwa 10.000-mal pro Tag mit einer Schnabelgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern gegen einen Baumstamm und wird von dem Holz mit dem 1.200-Fachen der Erdbeschleunigung abgebremst. Vor einiger Zeit galt das noch als unbedenklich. So wie eine radikale Verfassungsreform. Der Justizminister will nun alle Gesetze, die vor dem Jahr 2000 erlassen wurden, außer Kraft setzen. Ausgenommen jene, die noch brauchbar sind. Große Aufregung, das Rechtssystem werde dadurch in die Luft gesprengt, war zu hören. Überdies wolle man eine sogenannte Rechtsbereinigung in Angriff nehmen. Das klingt im ersten Augenblick nach gesetzloser Anarchie, ist es aber nicht. Gemeint ist, dass übererfüllte EU-Vorgaben wieder auf ein vernünftiges Maß zurückgeschraubt werden. Man denke nur an die Musterschüler bei der Allergenverordnung, die vielen Gastronomen das Leben unnötig schwer machte. Mittlerweile genügt auch die mündliche Information. Also: alles paletti. Auch beim Specht ist das mit der Gehirnerschütterung gar nicht bewiesen. Es war nur eine Schlagzeile, getextet von einem übereifrigen oder leseschwachen Journalisten. Auch da alles wieder in Ordnung. Übrigens: Nauru ist auch ohne Facebook zum Glück nicht untergegangen.