Zwei Aufstände kann der Mäzen unterdrücken. Beim dritten verliert er den Machtkampf: Es ist Winterpause in der Bundesliga. Der HSV steht auf einem Abstiegsrang. Alles wie immer? Nichts ist wie immer! Die Bosse des Vereins melden sich nicht beim Mäzen, um Millionen zu bekommen. Sie harren bis zum Ende der Transferperiode aus. Sie holen keine Spieler.

Wie wird der verhinderte Geldgeber darauf reagieren?

Folge 7: Der Gegenputsch

Klaus-Michael Kühne tut, was er häufig tut, wenn er wütend ist: Er gibt ein Interview, in diesem Fall der Mopo.

Sehen Sie den HSV für den Kampf um den Klassenerhalt gut aufgestellt?

"Ganz und gar nicht."

Hätten Sie sich Verstärkung für das Team in der Winterpause gewünscht?

"Selbstverständlich habe ich mir solche Verstärkungen gewünscht und mehrfach an Aufsichtsrat und Vorstand appelliert zu handeln."

Haben Sie eine neue finanzielle Unterstützung von der Besetzung des Vorstands und des Sportchefs abhängig gemacht, oder gab es vom HSV gar keine klare Anfrage an Sie?

"Ich wurde nicht angefragt, und man hat öffentlich erklärt, dass man meine Hilfe nicht in Anspruch nehmen wolle."

Die Lage ist ernst. Der Mäzen, dessen Macht immer darauf basierte, dass der Verein von seinem Geld abhängig ist, wird nicht mehr gefragt. Selbst wenn er seine Hilfe anbietet. Gerät da etwas ins Wanken? Kann es eine Zukunft geben, in der Klaus-Michael Kühne nur eine Nebenrolle spielt? Seine Widersacher arbeiten daran. Und seine Unterstützer versuchen das zu verhindern.

Felix Goedhart, der Kühne-Vertraute im Aufsichtsrat, stellt den Vorstandsvorsitzenden Heribert Bruchhagen und Sportchef Jens Todt intern infrage. Und das, obwohl Bruchhagens Vertrag gerade verlängert wurde und der Sportchef nur vom Vorstandsvorsitzenden, also von Bruchhagen, abberufen werden kann. Goedhart hat sogar schon Nachfolgekandidaten parat: Finanzchef Frank Wettstein soll Bruchhagen ersetzen und Nachwuchschef Bernhard Peters auf Todt folgen.

Der Putsch scheitert, weil Goedhart zu wenige Vebündete im Gremium hat. Aufsichtsratsmitglied und Kühne-Kontrahent Andreas Peters sagt: "Was dem HSV und der notwendigerweise vertraulichen Zusammenarbeit im Aufsichtsrat vor allem schadet, ist die Herausgabe von Interna an Dritte." Wer diese Einsicht nicht habe, gehöre nicht in den Aufsichtsrat. Kühne weist öffentlich zurück, dass er hinter der Aktion stecke. Bruchhagen und Todt bleiben im Amt. Vorerst. Oder vielleicht doch für längere Zeit?

Folge 8: Der Showdown

An diesem Sonntag kommt es zum großen Finale der Staffel. Es wird ausgetragen in einem Saal, der sich Kuppel nennt und direkt neben der Bahrenfelder Trabrennbahn liegt. Dorthin lädt der HSV zur Mitgliederversammlung ein. Punkt 14 der Tagesordnung: Präsidentenwahl beim HSV e. V., der über 76 Prozent der Aktien der HSV AG besitzt. Es treten an: der derzeitige Präsident und Hafen-Chef Jens Meier und sein Herausforderer, der ehemalige Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann. Mit dieser Wahl werden die Mitglieder entscheiden, in welche Richtung sich ihr Club in Zukunft bewegen wird.