Hussein Abdulkarim, 14

Wenn ich mir etwas Teures wünsche, sagt Papa meistens: "Träum weiter!" Also habe ich eine spezielle Taktik entwickelt. Ich bearbeite meine Eltern gezielt über mehrere Wochen hinweg. Nach einem Monat geben sie dann meistens nach. Etwa bei meinem 500-Euro-Fernseher, für den ich aber die Hälfte beigesteuert habe. Im Moment wünsche ich mir das iPhone 10. Das muss ich einfach haben, obwohl es gar nicht nötig wäre.

Cassandra Iyoha, 15

An unserer Schule wird man schon ein bisschen ausgegrenzt, wenn man nicht die richtigen Marken trägt – Adidas-Jogginghosen zum Beispiel. Auch mir sind Klamotten wichtig, aber Marken sind mir egal. Das Teuerste, was ich mir je gekauft habe, sind diese Bluetooth-Lautsprecher für 30 Euro. Ich hatte eigentlich schon größere Boxen, aber die wurden geklaut.

Fatima Ouadah, 14

Das Federmäppchen haben mir meine Eltern gekauft, weil mir das Muster so gut gefallen hat. Früher bekam ich Taschengeld, heute nicht mehr. Das finde ich okay, ich habe sechs Geschwister. Geld verändert Menschen, leider oft im Negativen. Viele sagen: Sollte ich irgendwann einmal viel Geld haben, möchte ich es spenden. Sobald sie dann aber wirklich reich sind, werden sie arrogant – und denken nicht mehr an ihren Vorsatz.

Mayli Ramadanović, 14

Die Kopfhörer habe ich mir gekauft, damit mir auf dem Schulweg nicht langweilig wird. Ich bin schließlich fast eine Stunde unterwegs! Ursprünglich komme ich aus Kroatien, die Schule dort habe ich gehasst. Wenn man nicht die richtigen Klamotten hatte oder kein Handy mit Touchdisplay, wurde man gemobbt. In München ist das anders. Unsere Schule ist so groß, da findet man immer Anschluss an irgendeine Clique.

Berivan Kubulan, 15

Ich verstehe die Mädels nicht, die sich teures Make-up kaufen. Günstige Produkte haben doch oft die gleiche Qualität! Ich spare lieber und lege was zurück. Wenn meine Eltern alt sind, möchte ich mich um sie kümmern und ihre Miete zahlen. Und schon heute spare ich für meinen Führerschein. Das Teuerste, was ich mir je gekauft habe, ist diese Fanbox der Sängerin Ariana Grande. Sie ist mein Idol!

Nisanur Baraz, 14

Ich habe mein Taschengeld in Kinokarten investiert und mit meiner Schwester "Dieses bescheuerte Herz" angeschaut. Es geht darin um einen verwöhnten Arztsohn, der das Geld seines Papas aus dem Fenster wirft – bis er sich um einen todkranken Jungen kümmern muss. Ich finde: Man kann noch so viel Geld haben, aber ohne Familie und Freunde ist es nichts wert.

Christian Thurnreiter, 17

Geld spielt für mich gerade eine Riesenrolle. Wenn ich im Mai volljährig werde, möchte ich von zu Hause ausziehen. Dafür lege ich schon jetzt Geld zurück. Ich jobbe neben der Schule als Schiedsrichter und verdiene damit 60 bis 70 Euro im Monat. Klar beneide ich 18-Jährige, die sich einen Ferrari leisten können. Gleichzeitig kenne ich aber Erwachsene, die in drei Jobs gleichzeitig ackern. Im Vergleich dazu fühle ich mich reich.

Sarah Kirchpfennig, 14

Dieser Flakon ist mir sofort ins Auge gesprungen. Der süßliche Duft, der nach Frühling riecht, hat nur sieben Euro gekostet. Ich bekomme 20 Euro Taschengeld im Monat; außerdem von den Nachbarn Geld fürs Gassigehen. Mein Vater arbeitet bei der Münchner Tafel und verteilt Lebensmittel an Bedürftige. Armut zu sehen macht mich traurig. Ich glaube, im Vergleich zu anderen Ländern geht es den Obdachlosen hier aber gut.