Seit mehr als hundert Jahren steht "Sex sells!" für ein Prinzip: Je weniger Nutzen ein Produkt hat, desto mehr Sex erfordert die Werbung. Und in Sachen Geschlechtsverkehr lassen es einige Berliner PR-Leute nun so richtig krachen. Per Rundmail preisen sie eine Handy-App an, die den Einkaufszettel ersetzen soll. Dafür haben sie sich zunächst (Zwinker, zwinker!) "im Supermarkt nach sexy Food umgeschaut, das bestimmt Hunger auf mehr macht". Wie zu befürchten, haben sie dort allerhand Prickelndes und Knisterndes entdeckt. Kaum zu glauben, dass sie nicht schon bei den Tiefkühltruhen übereinander hergefallen sind. Aber offensichtlich hat sich ihre Lust erst später entladen. Dafür in Textform und überraschend ekstatisch.

"Verdorbenes Gemüse? Nicht gut. Gemüse, das verdorben macht? Sehr gut!", schreiben sie unter der schwülstigen Überschrift "Garten der Lüste". Sellerie vor allem, denn der "steigert die Lust auf das Dessert im Schlafzimmer". Dazu später mehr. Basilikum und Dill "machen den Kopf frei für alle Aktivitäten, die abseits der Küche stattfinden" – womit streng genommen ja auch Tätigkeiten wie Kloputzen und Müllrunterbringen gemeint sein können, aber es hat ja jeder so seinen eigenen Fetisch.

Weiter geht die erotische Reise zur Vanille, mit der sich schon die Ureinwohner Mexikos eingerieben haben sollen, um, genau, Sie ahnen es schon. Mit Beef Tatar werde "der müde Mann zum regen Gatten", denn "Fleischeslust erfordert Fleisch". Das sind schlechte Nachrichten für Vegetarier, ansonsten gilt aber: Willkommen in der Wortspiel-Hölle!

Die Tipps der PR-Profis zur Getränkeauswahl erspare ich Ihnen. Sie sind mindestens so platt, wie Sie es sich vorstellen. Abschließend sollten Sie nur wissen: "Zum Dessert empfiehlt sich ein heißer Kakao." Der, wenn ich den Tipp mit dem Sellerie richtig verstanden habe, unbedingt im Schlafzimmer eingenommen werden sollte.