Nein, danke

Gut gemeinte Tipps aufzudrängen

"Du musst zu dieser Koryphäe in München", "Du solltest jetzt weniger Kuchen essen": Viele Ratschläge sind gut gemeint, setzen den Kranken aber zusätzlich unter Druck. Statt auf den eigenen Ideen zu beharren, lieber nachfragen: "Was brauchst du?" Es kann sehr entlastend sein für Betroffene, wenn man einfach zuhört und ihre Wünsche beherzigt – auch wenn man glaubt, man wisse es besser.

Immer wieder anzurufen und zu fragen: "Wie geht es dir?"

In Kontakt bleiben, sich interessieren, nachfragen ist wichtig. Aber was soll jemand, der mitten in der Chemotherapie steckt und dauernd unter Übelkeit leidet, auf das zehnte "Wie geht es dir?" antworten? Hilfreicher ist es, die Fragen zu variieren: "Wie fühlst du dich heute?", "Kann ich jetzt etwas für dich tun?", "Möchtest du reden? Oder lieber deine Ruhe haben?"

Gar nicht mehr anzurufen aus Angst, etwas Falsches zu sagen

Die Bedürfnisse eines Kranken nach Nähe und Distanz schwanken zwar stark, aber niemand will mit seiner Krankheit plötzlich allein sein. "Ich wusste nicht, was ich machen sollte" ist eine schwache Entschuldigung für einen Rückzug. Besser: sich eine Art Gebrauchsanweisung geben zu lassen. Und zu sagen, dass man gerade etwas überfordert ist – aber wiederkommt.

Urlaubs- oder Partyfotos zu schicken und darunterzuschreiben: "Wir denken alle ganz doll an Dich"

Gut gemeint, dennoch meist daneben. Fotos von Cocktails unter Palmen oder erhitzten Gesichtern beim Tangoworkshop verstärken bei einem Kranken eher das Gefühl, alle anderen hätten Spaß, bloß er nicht.

"So toll, wie du kämpfst": Einen Kranken ständig zu bewundern

Natürlich ist Anerkennung schön. Zu viel Bewunderung führt jedoch zu Stress, weil der Erkrankte dann womöglich dem Bild des heldenhaften Kämpfers genügen möchte und sich keine Tiefs mehr erlaubt, nur um die anderen nicht zu enttäuschen.