An diesem Donnerstag soll im Pariser Präsidentenpalast Peter und der Wolf von Sergei Prokofjef aufgeführt werden. Die Republikanische Garde musiziert, und in der Rolle des Erzählers will Emmanuel Macron persönlich vor das Publikum treten, das aus den Patienten mehrerer Kinderkrankenhäuser sowie Kindern von getöteten Angehörigen der Sicherheitskräfte besteht. So ließ es das Élysée verlautbaren.

Journalisten sind nicht eingeladen. Die legen jetzt los. Der Präsident, der sich schon mit dem Götterchef Jupiter verglich, weil er über den Dingen stehe, wolle sich jetzt wohl als Apoll versuchen, als Gott der Künste, lästert ein Artikel. Andere erinnern an Macrons Vorgänger Giscard d’Estaing, der ein Konzert auf dem Akkordeon gab, was seinem Ansehen wenig hinzufügte, oder gar an Ludwig XIV., der im Versailler Schloss in der Rolle der Sonne auftrat. Spötter weisen auch auf einen frühen Bühnenerfolg Macrons hin: Seine damalige Lehrerin und heutige Ehefrau verliebte sich in ihren Schüler, als er in der Aula brillierte. Verbissener ist die Kritik, der Präsident amüsiere sich, während es auf sein Geheiß den Bahnbediensteten an den Kragen gehe (er will ihre Privilegien kürzen). Kurz: Paris bleibt Paris.

Im Libretto widersetzt sich übrigens ein kleiner Junge jedem großväterlichen Rat, fängt trickreich den Wolf und führt zum Schluss einen Triumphzug an.