Auf ihr Privatleben mag sie ungern angesprochen werden, schon gar nicht auf den vorletzten Ehemann, das Kapitel ist längst durch. Dabei galten sie über ein Jahrzehnt als Traumpaar – er, der zielstrebige Anwalt auf der Karriereleiter nach oben, sie, die bildhübsche, studierte zweifache Mutter, ihre Kinder stammten noch aus erster Ehe. Und dann war plötzlich Schluss.

Sie aber machte auch nach der Scheidung unbeirrt weiter mit dem, was ihr wichtig war und bleibt. Nutzte "das Privileg, dass meinen Worten in der Öffentlichkeit mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird als anderen". Noch als Unterstützerin ihres zweiten Mannes hatte es ihr ja ferngelegen, sich als "die Frau von" zu definieren, immer hatte sie neben den gemeinsamen Zielen auch eigene Anliegen verfolgt. Menschen helfen, die sich selbst nicht helfen können, den Schwachen eine Stimme geben, gleich ob Mensch oder Tier, solidarisch und mitfühlend sein – ihre Werte. Auch wenn sie im Rückblick eines anders machen würde; sie bedauere, nicht Medizin studiert zu haben, sagte sie in einem Interview: "Dann wäre ich bei Ärzte ohne Grenzen."

Heute hat sie eine weitere Ehe hinter sich und geht auf die 70 zu, wirkt dabei aber erstaunlich jung, auch dank ihrer grazilen Figur. Und muss feststellen, dass es leider nach wie vor viel zu tun gibt: "Wenn ich unsere Welt anschaue, Klima, nukleare Katastrophen – es lässt sich doch sehr wenig bewegen in einer einzigen Generation, egal wie hart viele darum kämpfen. Trotzdem, man darf nicht resignieren." Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 9:

Die Salonnière Rahel Varnhagen von Ense (1771 bis 1833) setzte sich für die Emanzipation von Frauen und Juden ein. In ihrem "ersten Salon" verkehrten u. a. die Brüder Humboldt, Friedrich Tieck und Prinz Louis Ferdinand von Preußen. Ihr Leitstern war Goethe, die Urteile über sie stammen von Heinrich Heine und Bettine von Arnim