"Ich bin geschockt. Das ist ein neues großes Ding, das das Schach komplett verändert", so der US-Großmeister Wesley So am Rande des London Chess Classic. Was war passiert?

Das Programm AlphaZero des Turnier-Mitsponsors Google hatte Stockfish 8, eines der weltweit stärksten Programme, mit 28 Siegen bei 72 Remisen zertrümmert – also mit keiner einzigen Niederlage in 100 Partien! "Dabei brachte sich AlphaZero das Schachspiel in nur vier Stunden anhand von Großmeisterpartien und dem Spiel gegen sich selbst bei und sammelte in dieser kurzen Zeitspanne offensichtlich mehr Erkenntnisse als der Mensch in den rund 1500 Jahren des Königlichen Spiels zuvor", schreibt Hartmut Metz im Schach-Magazin 64.

Ein weiterer Schock für den Homo sapiens, nachdem das "Bruderprogramm" AlphaGo nach drei Tagen Lernens den chinesischen Weltranglistenersten Ke Jie im Go mit 3 : 0 abgefertigt hatte. Wo wird das enden?!

All diese selbstlernenden Programme stammen von DeepMind, einem Forschungsinstitut für künstliche Intelligenz, das sein Gründer Demis Hassabis vor vier Jahren für eine halbe Milliarde Dollar an Google verkaufte, aber nach wie vor selbst leitet.

Hassabis (41), den erklärtermaßen das kleine Problem "Die Frage der Intelligenz lösen. Dann alles andere lösen" weiterhin antreibt, war selbst ein Schach-Wunderkind.

Mit welcher Kombination gewann er als Zwölfjähriger 1992 in Dublin mit Weiß am Zug gegen Stephen Gillen?

Lösung aus Nr. 9:

Mit welchem feinen, kleinen Zug gewann Schwarz?

Nach 1...Dd7! gab Weiß schon auf, weil es gegen 2...Dh3+ nebst 3...Lxd4+ keine befriedigende Verteidigung gibt: z. B. 2.Df2 Dh3+ 3.Kg1 Te1+!! 4.Txe1 Lxd4 mit Damengewinn oder Matt