Die umfassendste Untersuchung zum Thema Bauchnabelfusseln machte der australische Wissenschaftskommunikator Karl Kruszelnicki, auch bekannt als "Dr. Karl", im Jahr 2001. Sie brachte ihm ein Jahr später den Ig-Nobel-Preis ein, eine scherzhafte Auszeichnung für besonders originelle Forschungen. Kruszelnicki forderte in seiner Radiokolumne die Zuhörer auf, eine Liste von 17 Fragen zur Ansammlung von Textilfasern in ihrem Bauchnabel zu beantworten. Unter anderem mussten sie angeben, wie behaart ihr Bauch war und ob sie über einen snail trail verfügten, eine haarige Linie, die von der Schambehaarung zum Nabel führt. Knapp 5.000 Menschen füllten den Fragebogen aus.

Die Ergebnisse: Je behaarter der Bauch, desto mehr Fusseln im Nabel. Dort sammeln sich nicht nur Fasern des T-Shirts, Pullovers oder Unterhemds, auch Fasern aus der Unterwäsche wandern entlang des snail trail nach oben. Die Haare scheinen also nicht nur wie ein Klettverschluss die Fasern aus der Kleidung zu lösen, sondern helfen auch bei deren Transport. Menschen, die angefangen hatten, ihren Bauch zu enthaaren, stellten übereinstimmend fest, dass die Fusselbildung stark zurückging oder ganz aufhörte.

Weil Männer am Bauch behaarter sind als Frauen, gab es einen deutlichen Geschlechtsunterschied: 83 Prozent der befragten Männer hatten Fusseln, aber nur 43 Prozent der Frauen. Und unter den Menschen, die keine oder nur eine sehr spärliche Bauchbehaarung angaben, machten die Fusseligen nur drei Prozent aus.

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