Belletristik

1 Arno Geiger: Unter der Drachenwand. Der Krieg, die Nazis und die österreichische Provinz: Ein junger Soldat schreibt Tagebuch und protokolliert, wie er fern der Front allmählich die Unmenschlichkeit erkennt. Hanser, 26,– €

2 Clemens J. Setz: Bot. Der Poet verpuppt sich zum Automaten: Aus seinen digital abgemischten Notizheften spricht reines Talent. Ein Hoch auf den Tod des Autors! Suhrkamp, 20,– €

3 Angelika Klüssendorf: Jahre später. Ein Schlüsselroman oder große Literatur? Beides! Die Schriftstellerin erzählt von den Jahren ihrer Ehe mit dem FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher. Kiepenheuer & Witsch, 17,– €

4 Esther Kinsky: Hain. Eine strenge Übung in Purismus. Italien einmal von seiner grauen Seite. Wie viele Nuancen die Autorin diesem Grau indes abgewinnt, ist eindrucksvoll. Suhrkamp, 24,– €

5 Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore I. Er tut es wieder: Murakami schickt seinen Helden in die Einsamkeit, dort umschlingt ihn das Unerwartete. Suchtgefahr. DuMont, 26,– €

6 Fernando Aramburu: Patria. War die gute alte Zeit in Westeuropa wirklich so friedlich? Dieser Roman erzählt vom Terror der Eta und wie er Familien und Dörfer zerstörte. Rowohlt, 26,– €

7 Johann Scheerer: Wir sind dann wohl die Angehörigen. Was er als 13-Jähriger erlebte, als sein Vater Jan Philipp Reemtsma 1996 von Gangstern gekidnappt wurde, erzählt der Autor jetzt der mitfühlenden Öffentlichkeit. Piper, 20,– €

8 Virginie Despentes: Das Leben des Vernon Subutex 2. Alles Esprit und Maniküre? Voilà, Frankreich kann auch Pageturner. Dies ist der Beweis. Kiepenheuer & Witsch, 22,– €

9 Bernhard Schlink: Olga. Eine Frau, ein Jahrhundert, ein Leben. "Holpriges Glück" in vier politischen Systemen. Und die Bestseller-Erkenntnis: "Auf Euch Männer ist kein Verlass". Diogenes, 24,– €

10 Elena Ferrante: Die Geschichte des verlorenen Kindes. Liebe, Neapel etc. Wer Band 4 durchhat, darf zurück zu 1. Suhrkamp, 25,– €