Seit Kurzem geistert das F-Wort durch meinen Kopf. Nachts, wenn ich wach liege. Tags, wenn ich zu einem Termin gondle. Das F-Wort: Festanstellung.

Die Zeichen hatten sich verdichtet. Was ich von diesem Projekt hielte? Was ich so mache? Wie verplant ich sei? Man schätze meine Texte, auch meine Ideen. Ob man nicht mal einen Kaffee trinken wolle? Ich verdrängte die Avancen. Wurde krank, war undankbar und verschob. Ich bin noch nicht so weit. Oder?

Die Selbstständigkeit ist das Singleleben der Arbeitswelt. Meine Nächte sind lang, meine Tage schlecht geplant. Ich ernähre mich von Kaffee und Couscoussalaten aus Bahnhofs-Shops. Ich bin immer unterwegs. Ich sitze tagelang vor dem Computer. Ich bin euphorisch und knallverliebt in meinen Job – oder frustriert, trübsinnig und divenhaft. Je nach Auftragslage. Es gibt kein Normal in meinem Leben als scheinselbstständiger Journalist.

Wie soll das werden, in einer festen Arbeitsbeziehung? Öde. Gemütlich.

Als kleiner Junge verschwand ich tagelang hinter der Wohnzimmercouch und verschlang die Spirou und Fantasio-Comics. Zwei furchtlose Reporter, die in einem schnittigen Sportwagen durch Frankreich rasen, im Helikopter über dem Dschungel kreisen und auf ihren Recherchen Mafiabanden ausheben. Selten sieht man Spirou und Fantasio schreiben. Fast nie in Konferenzen. Und nie am Schreibtisch. Das war das Leben, das ich wollte.

Übermorgen ist der Termin beim möglicherweise zukünftigen Chef.

Mit dem Ende der Selbstständigkeit endet auch diese Kolumne. Schade. Als Autor bleibt uns Daniel Erk erhalten.