Vor 30 Jahren brach ein indischer Teenager in die Weltelite ein und verblüffte nicht nur mit herrlichen Kombinationen und reifen strategischen Konzepten, sondern vor allem mit der unglaublichen Geschwindigkeit seines Spiels. Manchmal verbrauchte er bei Partien, über denen andere Stunden brüteten, nur 15 bis 30 Minuten Bedenkzeit. Alles wirkte mühelos, die Leichtigkeit des (Schach-)Seins schien ihn – mit dem Spitznamen "Lucky Luke" (der schneller zog als sein Schatten) – davonzutragen.

Mit den Jahren wurde Viswanathan Anand bedächtiger, vermied so manch vorschnellen Fehler. Erstmals kämpfte "Vishy" schließlich 1995 um die Weltmeisterschaft, wobei er Garri Kasparow unterlag. Danach war er mehrmals Weltmeister, bis er 2013 im heimischen Chennai die WM-Krone an den erst 22 Jahre jungen Norweger Magnus Carlsen abgeben musste.

Doch nie verlor der weltweit wegen seiner Bescheidenheit und seines Humors geschätzte und in Indien hoch verehrte mehrfache "Sportler des Jahres" die Freude am Schachspiel, was ihn auch über manch bittere Stunden hinwegtrug.

Bei der Schnell- und Blitzschach-WM im saudischen Riad gelang dem mittlerweile 48-Jährigen nun ein doppelter Coup: Im Blitzschach gewann er Bronze, im Schnellschach wurde er gar Weltmeister, wobei er auch Carlsen besiegte. Einmal mehr schien ihm alles zuzufliegen.

Und wie gewann er als Schwarzer am Zug blitzschnell gegen den Engländer Luke McShane?

Lösung aus Nr. 11:

Wie konnte der opferfreudige Schwarze zwangsläufig matt setzen?

Nach 1...Se5+!! gab Weiß schon auf, weil er sowohl bei 2.Sxe5 Lf5+ 3.Kh5 Kg8+! 4.Lh6 Sg3 als auch bei 2.Kh4 Kg8+! 3.Sxh8 (3.Sh6+ Txh6 matt) Lxg5 matt ist