Die Natur hat für stillende Mütter tatsächlich eine Schonfrist vorgesehen. Ganz allgemein gilt: Solange eine Frau voll stillt, hat sie keinen Eisprung und kann folglich nicht schwanger werden, zumindest einige Monate lang.

Der Grund dafür sind die Hormone. Stillende Mütter produzieren Prolaktin. Dieses Hormon wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet und regt die Milchbildung an. Doch zugleich hemmt es die Produktion der Hormone LH und FSH, die für die Reifung der Eizellen und den Eisprung zuständig sind. Also eigentlich eine praktische Sache – endlich mal eine Zeit, in der man nicht an die Verhütung denken muss! Vorausgesetzt, die Frau hat überhaupt schon wieder Lust auf Sex.

Diese Verhütungsmethode, die ja eigentlich eine Nicht-Verhütung ist, hat sogar einen Namen: LAM (das steht für den sperrigen Begriff Laktationsamenorrhö-Methode). Wer sie einigermaßen sicher benutzen will, muss aber ein paar Dinge beachten: Generell kann man sich auf sie nur im ersten halben Lebensjahr des Babys verlassen.

Das Kind sollte exklusiv gestillt werden, also nichts zugefüttert bekommen, die Stillpausen sollten tagsüber nicht mehr als vier und nachts nicht mehr als sechs Stunden betragen. Und natürlich darf die Periode noch nicht wieder eingesetzt haben. Meistens ist die Frau zwar während der ersten paar Zyklen noch immer nicht fruchtbar, aber die Verhütung wird zunehmend zum Glücksspiel.

Hält man sich an diese Regeln, dann hat die LAM eine Zuverlässigkeit von 98 Prozent – schlechter als die Pille, aber besser als Kondome oder Diaphragmen.

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