Selbst durch die gepanzerte Haustür und die verstärkten Fenster dröhnen die Parolen von der Straße noch herein. "Es gibt! Kein Recht! Auf Nazipropaganda!" Drinnen hechten junge Männer die Treppen rauf und runter, im Erdgeschoss bauen sie Stühle auf, im ersten Stock feilen sie, über einen Laptop gebeugt, an einem Redemanuskript. In ein paar Minuten kommen die ersten Gäste. Vorausgesetzt, die trauen sich durch die Polizeiabsperrungen vor dem Haus. Und an den Demonstranten vorbei.
Halle an der Saale. Adam-Kuckhoff-Straße 16. Das Hauptquartier der Identitären Bewegung in Deutschland. Am Abend soll hier ein Vortrag stattfinden: "Braucht die patriotische Bewegung Gewerkschaften?". Draußen auf der Straße stehen Dutzende Mitglieder der örtlichen Antifa. Zwar können sie die Veranstaltung nicht verhindern. Aber sie können sie stören.