ZEIT: Wie würden Sie reagieren, wenn das Geld auf einmal nicht mehr reicht?

Widmer: Vorübergehend Jobs suchen, bei welchen wir mehr Geld verdienen. Zudem haben wir ein Sparkonto.

Wüthrich: Wir sind alle sehr gut vernetzt und bringen viele unterschiedliche Fähigkeiten mit.

ZEIT: Wie viel Systemkritik steckt denn in Ihrem Modell?

Widmer: Wir definieren den Wert der Arbeit in unserer Gesellschaft fast ausschließlich über Geld, und das ziemlich willkürlich. Mit der gemeinsamen Ökonomie können wir diese Einkommensunterschiede ausgleichen.

Wüthrich: Ich finde es völlig absurd, welche Tätigkeiten unsere Gesellschaft mit wie viel Geld belohnt. Meine Frau arbeitet als Mutter und Studentin viel härter als ich, sie verdient aber nichts.

ZEIT: Wie viel kommt innerhalb Ihrer Gemeinschaft pro Monat rein?

Widmer: Es schwankt, aber wohl gegen 20.000 Franken pro Monat.

ZEIT: Wie viel geht davon für die Miete Ihres Schlosses drauf, auf dem Sie wohnen?

Widmer: Rund 5.500 Franken.

ZEIT: Wie groß sind die Einkommensunterschiede innerhalb Ihrer Gemeinschaft?

Wüthrich: Grob verdienen die Mitglieder zwischen null und 4.500 Franken im Monat.

ZEIT: Wie viel verdienen Sie, Frau Widmer?

Widmer: Ich verdiene im Moment zwischen 1.800 und 5.000 Franken. Mein Einkommen ist als selbstständig erwerbende Sängerin sehr unterschiedlich. Im Sommer ist es eher weniger, im Winter mehr.

Wüthrich: Ich verdiene als Projektleiter etwas über 4.000 Franken.

ZEIT: Wie geht es Ihnen damit, Herr Wüthrich, dass andere das Geld ausgeben, das Sie verdient haben?

Wüthrich: Es ist viel einfacher, Geld reinzubringen, von dem andere profitieren können, als auf Kosten der anderen zu leben. Davon bin ich überzeugt.

Widmer: Wir wissen auch nie genau, wer wie viel reinbringt und wer wie viel ausgibt. Und das wollen wir auch nicht, weil wir davon ausgehen, dass jedes Mitglied so viel einbringt, wie es kann, und so viel rausnimmt, wie es braucht.