Es geht ja nicht um viel: Eine ungefähr 50-jährige Berliner Journalistin erzählt von einigen Tagen des Berliner Großstadtsommers. Sie schreibt an einer Brotarbeit, einem von einer westfälischen Kleinstadt georderten Festvortrag über den Dreißigjährigen Krieg. Sie verbringt viel Zeit auf ihrem Balkon, auf dem sie raucht, Kaffee trinkt und sich mit einer Krähe unterhält. Sie hat eine Nachbarin, die auf einem der schräg gegenüber gelegenen Balkons lauthals Operettenschlager grölt. Das bringt die wegen der gegenwärtigen politischen Lage ohnehin schwer gereizten Anwohner vollends um den Verstand. Am Ende des Romans und des Sommers ist der Festvortrag fertig und die unliebsame Sängerin verschwunden. Das ist nicht gerade, was man einen mitreißenden Plot nennt.
"Munin oder Chaos im Kopf": Germanische Götterspeise
In ihrem neuen Buch "Munin oder Chaos im Kopf" operiert Monika Maron mit den düstersten Meinungen zum aktuellen Zeitgeschehen. Über den Roman wird momentan heftig gestritten. Wie kontrovers ist er wirklich?