Vernetzen ohne Facebook

Für Suchtgefährdete

Vero versteht sich als eine Alternative zum Foto-Netzwerk Instagram, das zu Facebook gehört, hat aber nur etwa 3,5 Millionen Nutzer (Instagram etwa 800 Millionen). Vero verspricht dauerhafte Werbefreiheit und zeigt seinen Nutzern seit Kurzem an, wann und wie lange sie sich in dem Netzwerk aufhalten, um sie für die Gefahr einer Abhängigkeit zu sensibilisieren. Bisher ist Vero kostenlos, irgendwann sollen zumindest neu hinzukommende Nutzer eine Abo-Gebühr zahlen.

Für Künstler

Das einst als "Facebook-Killer" gestartete Netzwerk Ello bezeichnet sich heute als Community, "gebaut von Künstlern für Künstler". Ello ist ein gemeinnütziges Unternehmen, seine Gründer haben den Nutzern versprochen, dauerhaft auf Werbung zu verzichten, möglichst wenig Daten zu sammeln und Nutzerdaten nie an Drittparteien zu verkaufen. Große Schwäche: Das Netzwerk zählt nur einige Hunderttausend monatlich aktive Nutzer. Dort Bekannte zu treffen ist unwahrscheinlich.

Für Sicherheitsbewusste

Auch zum Messenger WhatsApp, der Facebook gehört, gibt es Alternativen. Die App Signal etwa verschlüsselt die Daten ihrer Nutzer, ist kostenlos und verzichtet auf Werbung. Nutzer können einstellen, wann Nachrichten automatisch gelöscht werden sollen. Whistleblower Edward Snowden empfiehlt die App; unterstützt wird ihre Entwicklung von Stiftungen. Kürzlich hat ausgerechnet der WhatsApp-Gründer Brian Acton die Signal Foundation mit 50 Millionen Dollar ausgestattet.

Für Nerds

Anders als Facebook ist Diaspora ein sogenanntes verteiltes System, das auf einer Vielzahl von Servern betrieben wird, den sogenannten Pods. Wer das Netzwerk nutzen will, kann sich mit einem bestehenden Pod verbinden oder selbst einen einrichten. Weil das IT-Kenntnisse erfordert, sind unter den etwa 700.000 Nutzern viele Nerds. Die Entwicklung der frei verfügbaren Software hinter Diaspora wird von Spendern finanziert. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt das Netzwerk Friendica.

Für Berufsnetzwerker

Xing vernetzt seit 2003 Berufstätige und behauptet sich hierzulande beständig gegen den stärker werdenden amerikanischen Wettbewerber LinkedIn. In einer Grundversion lässt Xing sich kostenlos nutzen; für etwa 100 Euro pro Jahr bietet die Plattform Zusatzfunktionen wie eine bessere Suche und detaillierte Statistiken. Unter den 14 Millionen Mitgliedern sind rund eine Million zahlende Kunden. Xing ist seit 2006 an der Börse notiert, sein Aktienkurs hat sich seitdem verachtfacht.

Für Konstruktive

Human Connection aus Weilheim/Teck will nicht weniger als "die Welt zu einem besseren Ort machen". Wenn Nutzer negative Nachrichten teilen, zeigt das Netzwerk deswegen Möglichkeiten an, sich zu engagieren – zum Beispiel, wie man einen Bienenstock baut, um das Bienensterben zu bremsen. Die Plattform will dauerhaft auf Werbung verzichten und lebt von Spenden. Human Connection ist gemeinnützig, Unterstützer können eine erste Version des Netzwerks schon ausprobieren.

Für Streitlustige

Twitter hat sich als Plattform etabliert, auf der Nachrichten verbreitet und öffentlich diskutiert werden. Ende 2017 zählte die Plattform 330 Millionen Nutzer. Ähnlich wie Facebook ist Twitter kostenlos, finanziert sich über Werbung und sortiert Beiträge mithilfe eines Algorithmus. Twitter ist kaum zu ersetzen, auch wenn es zuletzt oft in der Kritik stand, weil es Hasskommentare schlecht in den Griff bekommt und anfällig für computergesteuerte Scheinnutzer ("Bots") ist.