Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Die österreichische Medienlandschaft erfährt in diesen Tagen eine entscheidende Bereicherung. Immer wieder erweiterten diverse Tageszeitungen ihr Angebot um einen eigenen TV-Kanal. Eine unversiegbare Quelle für Freunde des unfreiwilligen Humors. Chefredakteure, Herausgeber und andere Giganten der Television versuchen sich jetzt als Fernsehmacher. Sprachlich bemüht und semi-telegen führen sie täglich vor Augen, wie schwierig der Job des Nachrichtenmoderators tatsächlich ist. Reuig sollten man sich eingestehen, dass bislang mit den Profis dieser Branche viel zu kritisch umgegangen wurde. Angesichts des Zeitungsfernsehens kann man erkennen, wie viel Luft nach unten in diesem Medium noch vorhanden ist. Nichts gegen Bubenträume. Da dachte sich so mancher, vor der Kamera zu stehen und die Welt zu erklären müsse um einiges prickelnder sein, als in einer muffigen Redaktion auf den Laptop zu klopfen.

Außerdem soll ja das Bild immer wirkungsmächtiger sein als das Wort. Im Fall des Zeitungs-TV wird diese Kommunikations-Weisheit jedoch widerlegt. Da kann man lernen, dass es nicht immer charmant sein muss, wenn Amateure am Werk sind. Nun wirft ein verwandtes Mediengroßprojekt seinen gewaltigen Schatten voraus: das Parlaments-TV. Bisher gab es ja lediglich Übertragungen aus dem Hohen Haus, die durchaus unter die Gattung der Daily Soaps einzureihen waren. Jetzt darf man sich auf packende neue Formate freuen, etwa auf Tatort Kantine. Oder vielleicht Soko Präsidiale, eine humoristische Reise durch diverse Sitzungen, auch Sit-Com genannt. Leider ist die Finanzierung dieses Sobotka-Channels noch nicht ganz geklärt. Zumindest, was diesen Punkt betrifft, hat das neue Parlaments-TV von professionellen Sendern schon viel gelernt.