Facebook ist bei gut zwei Milliarden Nutzern angekommen, weil es eben auch keine nationalen Grenzen des Wachstums gibt. Es sei denn, ein Land wie China blockt die Silicon-Valley-Konzerne ab und macht den Weg frei für eigene Anbieter: WeChat zum Beispiel, oder den Google-Klon Baidu oder den Amazon-Konkurrenten Alibaba. Die erhalten dann eine monopolistische Grundlage in ihrem riesigen Heimatmarkt.

Ähnlich wie andere Internetgiganten hat Facebook sein Wachstum noch strategisch verstärkt. Mithilfe der steigenden Gewinne kauft der Konzern erfolgversprechende Jungunternehmen auf, die ihm sonst eines Tages sein Geschäft streitig machen könnten. Allen voran waren das bisher Instagram, ein Online-Dienst zum Teilen von Fotos und zunehmend Videos, und WhatsApp fürs leichte und gebührenfreie Austauschen von Botschaften aller Art. Für WhatsApp, damals kaum mehr als ein Start-up, zahlte Facebook im Jahr 2014 immerhin schon 19 Milliarden Dollar.

Wie universell die Netzwerkentwicklung ist, zeigten die ungarischstämmigen Physiker Reka Albert und Laszlo Barabasi im Jahr 1999. Sie wollten eigentlich nur modellhaft abbilden, wie sich das Internet ausweitet, kamen dann aber auf eine Formel für alle möglichen Arten von Netzwerken. Die Kernidee dazu nannten sie "bevorzugtes Anknüpfen". Demnach wenden sich in einem Netz diejenigen, die neue Verbindungen knüpfen, denjenigen Knotenpunkten zu, die bereits viele andere Verbindungen aufweisen. Das verspricht den größten Erfolg.

Die Stärksten wachsen also am schnellsten weiter. Die Konzentration wächst mit der Expansion. Und auch wenn manche Netzfirmen erst einmal die Profite dem Wachstum opfern, stehen am Ende meistens Monopolgewinne.

Das passt ins allgemeine Bild. Sebastian Buckup, der Programmchef des World Economic Forum, hat die Indizien zusammengetragen und gibt Alarm. "Während die Volkswirtschaften immer vielfältiger werden, konzentrieren sich die Gewinne", sagt er. Und das heute am meisten bei den Internetfirmen. In den USA fallen dort schon jetzt die Hälfte aller Übergewinne an – Profite weit jenseits dessen, was in einer Volkswirtschaft üblich ist.

Wenig verwunderlich ist dann auch, was amerikanische Ökonomen im Jahr 2013 herausfanden. Die gewinnreichsten zehn Prozent der amerikanischen Unternehmen waren demnach achtmal so profitabel wie Unternehmen in der Mitte. In den neunziger Jahren waren die Gewinne nur dreimal so hoch.

Deutlich wird heute auch: Je mehr sich klassische Branchen digitalisieren, desto stärker wächst auch dort der Hang zur Konzentration. Teile des Bankings zum Beispiel wandeln sich heute zum reinen Datengeschäft. Geschieht so etwas, dann wachsen dem Ersten auf diesem Markt neue Flügel. Er kann die "Facebook-Kurve" emporfliegen.