Wenn Norbert Steger über den ORF spricht, klingt er manchmal wie ein Kriegsreporter. Ein "linker Endkampf" tobe am Küniglberg, die Berichterstattung sei nicht objektiv, über Ungarn werde falsch berichtet, und wenn das nicht aufhöre, werde man ein Drittel der Korrespondentenstellen im Ausland streichen. "Wer das Privileg hat, im ORF zu arbeiten, soll sich besonders bemühen", meinte der frühere FPÖ-Parteiobmann und seit acht Jahren freiheitliche Stiftungsrat im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

Dabei war Norbert Steger lange Jahre ein rotes Tuch für die FPÖ. Der Liberale, der die Partei vom rechten Dünkel entstauben wollte, daran scheiterte und schließlich von Jörg Haider aus der Parteispitze geputscht wurde – mit so jemandem wollte man in blauen Kreisen ungern gesehen werden.