Ich bin ihr bei Weltmeisterschaften und Schacholympiaden begegnet, doch nichts wusste ich vom abenteuerlichen Leben der Carol Jarecki, bis ich auf einen Bericht von Ingo Althöfer im Kultur-Schachmagazin Karl stieß. Als Krankenschwester kam sie 1967 aus den USA nach Heidelberg, heiratete dort den Arzt Richard Jarecki und bekam mit ihm drei Kinder – so weit, so normal. Als sie indes mit dem dritten Kind – es sollte ein Schachwunderkind werden – schwanger war, sprengte ihr Mann derweil mithilfe ausgeklügelter Roulette-Statistiken die Spielbank von San Remo. Als er schließlich mit einem Spielbankverbot belegt wurde, übernahm sie seinen Part, bis auch sie zu bekannt war. So gab sie denn in gut dotierten Privatkursen ihr Wissen weiter, doch ihre "Schüler" hatten wohl weniger Geschick und bedrohten sie, sodass sie mit ihrer Cessna – den Pilotenschein hatte sie in Deutschland erworben – Italien Hals über Kopf verließ.

1974 zog die Familie in die USA, ab 1981 flog Carol Jarecki als "Chess Mum" den begabten Filius John zu den Turnieren. Bis dieser die Lust daran verlor. Doch nun machte sie selbst Schiedsrichterkurse, stieg in der Hierarchie empor und leitete schließlich das Match Garri Kasparow gegen den Computer Deep Blue 1997 ebenso wie etliche WM-Wettkämpfe. So auch die Partie Kasparow gegen Anand 1995 in New York. Anand als Weißer dachte die Qualität (Turm für Springer) zu gewinnen, doch nach einem fantastischen Konter Kasparows musste er aufgeben. Wie kam’s?

Lösung aus Nr. 18:

Mit welchem Donnerschlag konnte Weiß entscheidend Material gewinnen?

Mit dem Turmopfer 1.Tg8+! Nach 1...Kxg8 2.Dxd5 war der Turm e6 gefesselt, die Deckung 2...Kf7 verlöre wegen 3.Dxf5+. Nach 2...Db5 3.Dxe6+ Kg7 4.Td1 gab Schwarz auf