Angewandte Freizeitwissenschaft oder Promenadologie: An den Universitäten werden immer skurrilere Phänomene erforscht und gelehrt.

Hätte es damals, in den achtziger Jahren, das Studienfach Angewandte Freizeitwissenschaften, das man in diesem Semester in Bremen belegen kann, bereits gegeben, ich wäre heute ein noch größerer Experte für richtiges Liegen auf dem Wohnzimmersofa und erbärmliches Kicken am Sonntagmorgen, als ich es ohnehin bin. Würde ich jetzt erst ein Studium beginnen, wäre Promenadologie an der Uni Kassel eine Option. Spazieren gehen und dabei die Umwelt auf sich wirken lassen – das bekäm ich schon irgendwie hin.

Auch Astrobiology an der University of Washington in Seattle würde mich reizen. Leben im Weltraum zu erforschen, das noch gar nicht entdeckt ist, klingt nach wenig Stress und reichlich Zeit für angewandte Freizeitwissenschaft. Nach dem Bachelor würde ich dann an der Uni Würzburg meinen Space- Master machen, in der Erwartung, dass meine Alien Anthology -DVD-Box als Schein anerkannt wird. Die Explosion der Fächervielfalt an Universitäten begründen Experten mit der Ausdifferenzierung der Arbeitswelt. Schreitet die weiter so forsch voran, kann man sicher bald auch Kolumnologie studieren. Dann gibt’s den Bachelor in Martenstein. Und den Master in Dausend.