Sie schenken uns das Leben, und meist noch viel mehr, jedem von uns, ganz gleich ob Mann oder Frau, arm oder reich, schwarz, weiß, braun, gelb oder irgendetwas dazwischen.

Jedes Menschenkind auf dieser Welt hat eine Mutter, manche sind böse, manche sind fern, manche sterben, während sie gebären, und die allermeisten sind immerfort müde, weil sie sich plagen, weil sie sich abrackern, um Essen auf den Tisch zu stellen, um die Kleinsten zu wärmen und die größeren Kinder irgendwie auf das verwirrende Leben da draußen vorzubereiten. Mutter sein ist ein menschlicher Zustand, eine conditio humana, der dem männlichen Teil der Erdbevölkerung zuverlässig verwehrt bleibt. Was so manches erklären dürfte.

Neun Monate lang haben die beiden Fotografen Bruno Zanzottera und Mirko Cecchi Schwangere und Mütter auf der ganzen Welt begleitet. Sie haben ihren Alltag fotografiert, ihre beschwerlichen Wege, sie haben in ihre Gesichter geschaut und in die ihrer Kinder, ohne jede Schwärmerei oder Sentimentalität. Glückliche Mütter. Schweigende Mütter. Werdende Mütter in Japan. Leihmütter in Indien. Brasilianische Mütter, deren Kinder mit dem Zikavirus geboren werden. Mütter von Frühchen. Zwangssterilisierte Frauen in Peru, die nie Mütter werden konnten. Und sogar Mütter (in Israel), die eigentlich Väter sind.

Anlässlich des einen Tages, den wir in Deutschland "Muttertag" nennen, zeigen wir die Bilder von Zanzottera und Cecchi exklusiv in der ZEIT. Sie lassen erahnen, was es in den unterschiedlichsten Kulturen heißt, Mutter zu werden und Mutter zu sein. Und wie sehr sogar das universelle Konzept von Mutterschaft überlagert wird von Geschichten, Träumen, Projektionen.