Die Frage klingt äußerst seltsam. Wasser, mit oder ohne Kohlensäure, enthält ja keine Kalorien. Aber im vergangenen Jahr veröffentlichten Wissenschaftler von der Universität Bir Zait im palästinensischen Ramallah in der Zeitschrift Obesity Research & Clinical Practice eine seltsame Studie. Demnach legten Ratten, die kohlensäurehaltige Getränke zu sich nahmen, mehr Gewicht zu als Artgenossen, die nichtsprudelnde Drinks tranken.

Allerdings bekam keine der Ratten prickelndes Mineralwasser. Die Wissenschaftler verglichen vier Sorten von Getränken: gewöhnliches Wasser, zwei süße Softdrinks mit Kohlensäure (einmal mit Zucker, einmal "light") und eine Zuckerbrause, aus der sie die Kohlensäure entfernt hatten. Bei gleichem Nahrungsangebot fraßen die Ratten, die sprudelnde Getränke zu sich nahmen, mehr als die beiden anderen Gruppen.

Es stellte sich heraus, dass in ihrem Magen verstärkt das Hormon Ghrelin produziert wurde, das den Appetit steuert. Im menschlichen Magen regt Kohlensäure ebenfalls die Ghrelinproduktion an, wie die Forscher in einem kleinen Folgeversuch herausfanden. Und diesmal wurde auch sprudelndes Mineralwasser verabreicht. Dass der Konsum prickelnder Softdrinks zur Fettleibigkeit beiträgt, ist wohlbekannt (ZEIT Nr. 16/18). Bislang wurde hauptsächlich der darin enthaltene Zucker dafür verantwortlich gemacht. Die Resultate der Forscher – die angaben, keine Verbindungen zur Zuckerindustrie zu haben – deuten zumindest darauf hin, dass auch die Kohlensäure in Softdrinks und Mineralwasser zum Dickwerden beitragen könnte.

Die Adressen für "Stimmt’s"-Fragen: DIE ZEIT, Stimmt’s?, 20079 Hamburg oder stimmts@zeit.de.

Das "Stimmt’s?"-Archiv: www.zeit.de/stimmts

Diesen Artikel finden Sie als Audiodatei im Premiumbereich unter www.zeit.de/audio