In der Süddeutschen Zeitung las ich: Der Großmeister des Malteserordens schwört beim "hochheiligen Kreuzesholz und Gottes heiligen Evangelien", den Orden gewissenhaft zu leiten – "und wenn ich darin fehle, sei es auf Gefahr meines Seelenheils". Da haben es die Großmeister im Schach leichter.

Mag sein, doch leicht haben sie es auch nicht. Alexander Ipatov, Jugendweltmeister U20 und ukrainischer Großmeister, der mit erst 24 Jahren auch schon für Spanien und die Türkei spielte und fünf Sprachen beherrscht, beendete seine Profi-Karriere. Mit einer nüchternen Bilanz: "Entweder bist du in den Top Ten (Anm.: Die meisten davon sind Multimillionäre) oder einfach nur ein Großmeister. Eine traurige Lage." Und fährt fort: "Ich bin 24, ab 35 würde sich meine Spielstärke allmählich verschlechtern. Ich sehe keine Möglichkeit, als Schachprofi eine Familie zu versorgen. Die Konditionen haben sich verschlechtert, es gibt mehr Konkurrenz."

Wie sagte doch einst ein deutscher Turnierveranstalter dem Großmeister Jörg Hickl, der mit Schachreisen und Kreuzfahrten seine Nische gefunden hat: "Jörg, warum soll ich dich einladen, wenn ich dafür fünf Russen bekomme?!" Und der russischstämmige, hier lebende Großmeister Lev Gutman forderte gar pikanterweise eine "Russenquote".

Auch pikant: Wie eroberte Ipatov als Weißer 2017 im amerikanischen Schachmekka St. Louis gegen seinen für die USA spielenden Landsmann Jaroslaw Scherebuch dessen Dame?

Lösung aus Nr. 19:

Wie konnte Schwarz trotz der bedrohlichen Springergabel mit einer herrlichen Kombination sogar gewinnen?

Nach 1...Txb4+ 2.Ka3 riss der Einschlag 2...Txc2!! Weiß aus allen Träumen. Wegen 3.Txc2 Tb3+ 4.Ka2 Te3+ nebst 5...Txe1 gab er gleich auf