Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Gemeinsam mit Wirtschafts- und Ärztekammer wollen die Sozialversicherungen ein interessantes Projekt in Angriff nehmen. Diese um die Gesundheit der Österreicher besorgten Institutionen beabsichtigen, dass Bewegung einen finanziellen Mehrwert bringen soll. So könnte etwa die Mitgliedschaft in einem Fitnesscenter zu einem Steuerbonus und zur Entlastung des Systems führen. Ob die alleinige Anmeldung genügt, oder wie man die tatsächliche Bewegungsintensität messen will, bleibt vorläufig offen. Sit-ups gegen das Finanzamt gewissermaßen. Wer schummelt, muss nachzahlen. Allerdings wirft diese Idee die Frage auf, inwieweit die sogenannte Fitness der Gesundheit auch abträglich sein kann. Dennoch scheint das Projekt richtungsweisend. Es wird auch angedacht, Fahrräder als abzugsfähig anzuerkennen. Ob der bloße Besitz ausreicht oder ob eine Glockneretappe pro Woche nachgewiesen werden muss, ist noch unklar. In jedem Fall sollten aber alle Maßnahmen erfasst werden, die für das System kostenmindernd sind. Lesen beugt bekanntlich der Demenz vor. Vier Bücher im Monat, und schon ist die Steuer deutlich gesenkt. Keinesfalls darf man auf die kreislaufstabilisierende Wirkung von Sex vergessen. Bei zehn monatlichen Orgasmen wird ein Kardio-Bonus fällig. Ein kleines Problem bei diesem Sexfreibetrag könnte es allerdings sein, den erfolgten Koitus zu kontrollieren. Küssen verringert Infektionen. Paare müssten sich dann täglich bei den Krankenkassen einfinden und ihre Abschreib-Küsse vor den Mitarbeitern vollführen. Nun meinen böse Zungen, dass Kosten auch gewaltig durch Strukturbereinigungen bei den Institutionen selbst gesenkt werden könnten. Die Hoffnung, dass hier Bewegung aufkommt, kann man vermutlich tatsächlich abschreiben.