Glühbirnen

Ein Aufschrei ging durchs Land, als die EU 2009 per Verordnung die herkömmliche Faden-Glühbirne verbot. Ziel war es, Energie zu sparen und das Klima zu schützen. Viele Zeitungskommentatoren geißelten die Maßnahme als Musterbeispiel für eurokratische Übergriffigkeit, für zu viel Regelungswut im Kleinen und, schlimmer noch: als den ultimativen Beweis, dass es der Behörde in Brüssel an Geschmack fehle.

Wie nur würde man künftig das Wohnzimmer noch kuschelig warm beleuchten können? Wie für Romantik im Schlafzimmer sorgen? Käufer bunkerten vorsorglich 100-Watt-Birnen, bis heute kann man sie auf Flohmärkten kaufen.

Knapp ein Jahrzehnt später zeigt sich: Die alten Birnen will und braucht kaum noch jemand. Die Auswahl an interessanten und angenehmen Lichtquellen ist explodiert. Die Abschaffung der alten Glühbirne hat zu einem Innovationsschub geführt. Denn Verbote können auch erfinderisch machen.

Heute gibt es moderne LEDs in vielerlei Formen, Farbtönen und Größen. Die neuen Leuchtkörper sparen im Vergleich zu herkömmlichen Birnen bis zu 80 Prozent Strom. Kaum noch eine blendet die Augen mit diesem harten, weißen Licht der ersten Energiesparlampen.

Und auch die Umweltschädlichkeit der frühen Sparlampen, vor der anfangs immer wieder gewarnt wurde, ist längst Vergangenheit: Kurz nach dem Edikt gegen Edisons Glühbirne spülten nämlich viele üble Quecksilberlampen auf den Markt, die um einiges umweltschädlicher waren als die alten Birnen. Das war aber nur eine Übergangsphase. Moderne LEDs enthalten kein Quecksilber, sie sind also für Mensch und Umwelt nicht giftig.

Dass die neuen Leuchtkörper trotzdem nicht in die Mülltonne gehören, sondern beim Wertstoffhof abgegeben werden sollten – auch das hat mit Innovation zu tun. Langfristig soll in der EU nämlich kaum noch Müll übrig bleiben, sondern fast alles wiederverwertet werden. Das geht leichter, wenn die recyclingfähigen Metalle, die in alten LEDs stecken, früh aussortiert werden. Damit schon die Hersteller an ein möglichst leichtes Wiederverwerten von Material denken, überarbeitet die EU-Kommission gerade ihre Haushaltslampen-Verordnung. Klingt schrecklich bürokratisch. Könnte aber den nächsten Innovationsschub bedeuten. Petra Pinzler

Staubsauger

Wer in diesen Tagen einen neuen Staubsauger kauft, muss sich auf eine Überraschung gefasst machen: Neue Geräte gibt es seit ein paar Monaten nur noch mit einer Leistung von maximal 900 Watt. Mehr ist nicht mehr erlaubt.

Schuld daran ist Verordnung 666/2013 der Europäischen Kommission zur "Festlegung von Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung von Staubsaugern". Sie definiert Grenzwerte für die Leistungsaufnahme der Geräte, um den Energieverbrauch zu senken und damit die Umwelt zu schonen.

Das bisschen Saugen ist doch kein Problem? Von wegen! Jedes Jahr werden in den Mitgliedsländern der Europäischen Union Millionen von Staubsaugern verkauft. Früher wurden nicht selten Geräte mit bis zu 2000 Watt verkauft. Die Kommission geht davon aus, dass sich durch die neuen Vorgaben europaweit etwa 19 Terawattstunden jährlich einsparen lassen. Das entspricht ungefähr der Leistung von vier Atomkraftwerken. Davon kann man lange saugen.