Geld mit dem Handel von Kunst verdienen wollen viele, bloß nicht offen darüber reden. Der Berliner Rechtsanwalt Stefan Haupt kauft Werke, die das Thema Geld ganz offensichtlich behandeln. In seiner Sammlung, die ab dem 26. Mai in den Berliner Reinbeckhallen zu sehen ist, häufen sich Scheine, stapeln sich Münzen und Aktien. Deren Wert ist allerdings mehr ideeller Natur. Es sei denn, jemand glaubt, er könne mit Haupts Investment in "Ingold Airlines" kräftig verdienen: Eine Fluggesellschaft ohne Flieger, vom Schweizer Künstler Res Ingold 1982 als pure Luftnummer ersonnen. Sein Unternehmen ist nichts wert, die Kunst aber schon – weshalb Ingolds Fantasie-Aktie dann doch ihren Preis hat.

Solche Widersprüche reizen den Sammler. Haupt möchte wissen, wie sich die Kunst zum Geld verhält und ob sich komplexe Prozesse wie Spekulation oder auch Manipulation abbilden lassen. Dass er mit seiner Faszination nicht allein dasteht, dokumentieren knapp 300 Werke, die er gekauft hat, darunter solche von Joseph Beuys und dem Schriftsteller Sten Nadolny. Und von "Bananen-Sprayer" Thomas Baumgärtel, dessen Signet in Köln in den achtziger Jahren keine Galerie an ihrer Tür haben wollte. Bis einige merkten, dass die heimlich gesprayte Banane zum Gütesiegel avancierte – und Baumgärtel Geld boten, um ebenfalls eine zu bekommen. 30 Silberlinge nennt Haupt seine Sammlung. Wohl auch, weil die Versuchung groß ist, die Kunst fürs Geld zu verraten.