Eine winzige Fliege, etwas Sonnencreme, ein wenig Sand: Kleinste Fremdkörper können das Auge mächtig reizen. Und auch ohne offensichtlichen Grund juckt es manchmal, fühlt sich trocken an oder tränt. Meist sind die Augen dann auch gerötet. Schlimm ist das fast nie, aber unangenehm allemal, vor allem wenn man sich gerade unterm Sonnenschirm entspannen will. Denn einige der häufigsten Ursachen für Reizungen machen den Augen gerade im Sommer zu schaffen:

1. Eine Allergie steckt dahinter

Und zwar meist eine Reaktion auf Gräserpollen, das ist der Klassiker in den Sommermonaten, weil Gräser während der gesamten schönen Jahreszeit blühen. Jetzt sagen Sie vielleicht: Meine Nase ist aber frei, Heuschnupfen habe ich nicht. Juckende Augen sind jedoch ebenfalls ein typisches Symptom. Und wenn Sie jetzt sagen, das hatte ich noch nie: Eine Pollenallergie kann man leider auch noch als Erwachsener bekommen. Denkbar wäre übrigens auch eine Allergie gegen Nickel, denn was viele nicht wissen: Mascara, Lidschatten und Cremes können so viel Nickel enthalten, dass Kontaktallergiker empfindlich reagieren – und das leider rund ums Jahr.

2. Zu viel Sonne, Wind und Wasser

Lange Taucheinlagen im Swimmingpool quittiert das Auge mit Rötungen, denn Chlorwasser reizt die Schleimhäute. Baden – auch im See oder Meer – kann das empfindliche Gleichgewicht des Sehorgans durcheinanderbringen: Wenn sich Wasser mit dem Tränenfilm mischt, gelangen Keime ins Auge, die die natürliche Mikroflora stören. Die verdünnte Tränenflüssigkeit enthält zudem weniger Abwehrstoffe, der natürliche Salzgehalt gerät durcheinander. Der Salzgehalt von normalerweise 0,9 Prozent erhöht sich durch Salzwasser und sinkt durch Süßwasser. Das begünstigt Rötungen und beeinträchtigt die Fähigkeit des Auges, sich selbst vor Infekten zu schützen. Eine Schwimmbrille ist also eine super Sache, und eine Sonnenbrille sogar Pflicht: Sie hält an einem Badetag Sonnenlicht und Wind vom strapazierten Auge ab – vorausgesetzt, sie ist groß genug, sitzt nah am Gesicht und filtert Strahlung mit einer Wellenlänge von unter 400 Nanometer zuverlässig heraus (zu erkennen an den Hinweisen "UV 400" oder "100 Prozent UV-Filter").

3. Die Klimaanlage ist schuld

Ein kühler Luftstrom ist herrlich im Sommer, gekühlte – und somit entfeuchtete – Luft kann das Auge aber regelrecht austrocknen, denn sie entzieht den Schleimhäuten Feuchtigkeit. Mögliche Folge: Der Tränenfilm reißt, das Auge reagiert gereizt. Besonders schlecht sind Klimaanlagen im Büro, denn wer konzentriert am Bildschirm arbeitet, blinzelt deutlich seltener als sonst. Man vergisst einfach, die Augen zu schließen und so den Augapfel zu benetzen. Das ist beim Bücherlesen auch so, nur liest man selten acht Stunden lang, außerdem laufen auf Papier keine bewegten Bilder wie auf dem PC-Monitor oder dem Display des Smartphones, denen der Blick reflexhaft folgt. Immer mal für 30 Sekunden die Lider schließen ist also gut, damit nicht ständig Tränenwasser verdunstet. Noch besser ist es, häufiger bewusst zu blinzeln: Die Lidbewegung regt die für den Tränenfilm zuständigen Drüsen an, mehr Sekret abzugeben.

In den allermeisten Fällen geht es den gebeutelten Augen bald besser, trotzdem raten Experten: Länger als ein bis zwei Tage sollte man sich ein deutlich gereiztes Auge nicht untätig angucken.

Fachliche Beratung: Dr. Andreas Frings, Augenklinik der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf