Wenn Eleonora Duse ihre Hände hob, lag ihr das Publikum zu Füßen. Gebannt folgten die Zuschauer jeder ihrer Bewegungen. Die Duse hatte auch eine attraktive Figur, aber die war eher nebensächlich, als sie 1883 in der Rolle der Kameliendame ihren Durchbruch auf der Bühne feierte. Es waren ihre feinen Finger, die das Publikum bezauberten. Die Zeitungen schwärmten damals von der italienischen Theaterdiva als der "Dame mit den schönen Händen". Der Schriftsteller Gabriele D’Annunzio widmete ihr gleich mehrere Theaterstücke.

Während andere Schauspielerinnen dramatisch ihre Arme in die Luft warfen, reduzierte Eleonora Duse ihr Spiel auf kleine Gesten, die sehr natürlich wirkten. Obwohl sie stets nur auf Italienisch spielte, feierte sie weltweit Erfolge – ihre Bühnenpräsenz fesselte das Publikum, auch wenn es den Text überhaupt nicht verstand.

Ihre linke Hand wurde später in Gips verewigt, der Abguss ist bis heute im britischen Kent ausgestellt. Er zeigt makellose Haut, einen grazilen Handrücken und lange, zarte Finger.

Hände sind unsere Werkzeuge, sind Ausdrucksmittel und Kommunikationshilfen. Sie lassen sich nur schwer verstecken – und verraten so viel: ob jemand körperlich hart arbeitet, ob er Wert auf ein gepflegtes Äußeres legt, vor allem aber, wie alt er ist. Während viele Menschen ihr Gesicht gewissenhaft mit Cremes und Masken nähren, vernachlässigen sie oft ihre Hände. Dabei ist gerade die Haut auf dem Handrücken sehr empfindlich. Sie ist wesentlich dünner als in anderen Körperregionen, ähnlich fein wie die im Gesicht.

Die Haut der Hände wird leicht rissig und faltig, wenn sie nicht genug Feuchtigkeit abbekommt, und sie kann sich selbst nur schlecht feucht halten. An vielen anderen Stellen des Körpers sitzen Talgdrüsen. Die geben durch die Haartrichter ein feines Sekret ab, das wie eine natürliche Lotion wirkt und die Haut geschmeidig hält. Auf dem Handrücken jedoch gibt es kaum Haare und Drüsen, deshalb trocknet die Oberfläche dort eher aus. An den Handinnenflächen fehlen die Drüsen ganz. Dort liegen nur Schweißdrüsen, deren saures Sekret antibakteriell wirkt. Es mangelt dort aber an Stoffen, die Feuchtigkeit binden könnten.

Zwar verfügt auch die Haut an den Händen über eine natürliche Schutzschicht aus Fetten, die wie Kitt die Lamellen der Hornschicht zusammenhalten. Aber Seife und Desinfektionsmittel können diese Fette leicht ablösen und so den Säureschutzmantel stören. Dann entstehen Reizungen. Friseure leiden häufig darunter, wenn sie Haare ohne Handschuhe waschen. Einige entwickeln Ekzeme oder allergische Ausschläge, die sich auf dem Handrücken und zwischen den Fingern bilden. Denn dort ist die Hornschicht besonders dünn.