Er hatte das Talent und den Willen zum Helden. War dabei immer etwas anders als die anderen und zeigte das öffentlich, mit betont lässigem Styling und einer Ausstrahlung, die sich vermutlich seiner Spiritualität verdankte. Das Meditieren gebe ihm Ruhe und Kraft, sagte er. Zudem war er in der Form seines Lebens. Und nun nahte der Moment, der die Krönung werden konnte, der Lohn für die Mühen vieler Monate. Doch es kam anders, dauerte nur einen Wimpernschlag, und die Hoffnung zerstob in der Luft. Ungläubig verfolgten alle das Drama, das den Liebling einer ganzen Nation zum Verlierer machte. Er stand da wie versteinert, schien die Welt um sich herum nicht mehr wahrzunehmen, ein Sinnbild von Einsamkeit. "Ich habe das Ganze sehr bewusst erlebt ... Auf der anderen Seite war ich derart erschöpft, dass ich es mit der Brechstange versucht habe", sagte er später.

Doch auch hier half ihm der Glaube, zu seiner inneren Balance zurückzufinden. Ein Jahrzehnt später feierte er den Abschied von der Freiluftbühne, nutzte fortan seine Popularität für humanitäres Wirken. Und erwarb sich so eine Ehrung, die ihm nach eigenem Bekunden wichtiger war als die Erfolge von früher. Und doch spielte man dem Sympathieträger übel mit, als es plötzlich auf Twitter hieß, er sei gestorben – Fake-News, der dreifache Familienvater lebt zwar zurückgezogen, aber wohlbehalten im Grünen. Was er sich wohl für diesen Sommer vorgenommen hat? Womöglich etwas weniger zugucken als sonst beim anstehenden Event. Wer ist’s?

Lösung aus Nr. 21:

Der Europameister der Ringer (1950) und Schauspieler Lino Ventura (1919 bis 1987), geboren in Parma, kam 1930 nach Montreuil bei Paris. Im Kinohit "Wenn es Nacht wird in Paris" spielte er seine erste Rolle neben Jean Gabin. Er war in über 75 Filmen zu sehen, einer der berühmtesten ist Francesco Rosis "Die Macht und ihr Preis".