Ein Specht hämmert seinen Schnabel bis zu 12.000-mal am Tag in einen Baum, sein Kopf wird dabei jedes Mal mit dem Tausendfachen der Erdbeschleunigung abgebremst. Kein menschlicher Schädel würde das überstehen. Wie macht der Specht das?

"Hätten Spechte Kopfschmerzen, würden sie nicht hämmern", vermuteten Forscher von der chinesischen Beihang University. Sie untersuchten klopfende Vögel mit einer Highspeed-Kamera und vielen Sensoren, das Ergebnis veröffentlichten sie 2011 in der Zeitschrift PLOS ONE.

Die Chinesen fanden nicht einen, sondern gleich drei Mechanismen, die das Spechthirn schützen. Zum einen fangen schwammige Strukturen im Schädelknochen die Stöße ab. Zum anderen wirken die unterschiedliche Längen des oberen und unteren Teils des Schnabels dämpfend. Und dann gibt es noch eine Art "Sicherheitsgurt" im Schädel, das gebogene, elastische Zungenbein. Andere Forscher weisen darauf hin, das Spechthirne von weniger Flüssigkeit umgeben sind als menschliche – da kann bei Erschütterung weniger hin und her schwappen.

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