1. Lektion: Finden und kaufen

Ein Haustier halten, das liegt offenbar im Trend. 34 Millionen Katzen, Hunde, Kleinsäuger und Ziervögel lebten 2017 in deutschen Haushalten, hat eine repräsentative Befragung des Marktforschungsinstituts Skopos für den Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschlands ergeben. Gegenüber 2016 sei die Zahl deutlich angestiegen, und zwar um 2,6 Millionen Tiere.

Die Wirkung könnte positiv sein: Studien haben gezeigt, dass Haustiere Herrchen und Frauchen fit und gesund halten, beruhigen, ja sogar kontaktfreudiger machen. Und sie vermitteln das Gefühl, gebraucht zu werden – womöglich halten deswegen schon 33 Prozent aller Singles ein Tier.

Bei der Auswahl des passenden Begleiters zückt kaum jemand den Taschenrechner, um die laufenden Kosten zu überschlagen. Forscher der Universität Texas sagen, wir wählen Haustiere passend zu unserem Charakter: Geselligere Menschen etwa umgeben sich eher mit dem Rudeltier Hund, vorsichtigere Menschen mögen eher zurückhaltende Katzen.

Dann beginnt die Suche nach dem passenden Begleiter. Verbände raten davon ab, Tiere über Online-Plattformen zu kaufen, sondern empfehlen den Gang zum Züchter, ins Zoogeschäft oder ins Tierheim, wo man Hunde und Katzen gegen eine Schutzgebühr mitnehmen kann, mit 100 Euro sollte man rechnen. Beim Züchter kosten Rassewelpen eher 500 bis 2.000 Euro. Für Rassekatzen kann man ebenfalls mühelos vierstellige Summen hinlegen. Bei Reitpferden gelten 5.000 Euro als Durchschnittspreis, es können aber auch 20.000 Euro werden. Vögel, Kaninchen, Meerschweinchen und Fische bekommt man vom Züchter schon für mittlere dreistellige Beträge – wenn es nicht gerade ein Koi-Karpfen ist. Für Letzteren sollte man deutlich mehr einkalkulieren.

2. Lektion: Hegen und pflegen

Mit dem Kauf fängt das Geldausgeben aber erst an. Auch tierische Mitbewohner brauchen Platz, das sollte man bedenken. Wer in einer Mietwohnung lebt, dem darf sein Vermieter die Tierhaltung nicht generell verbieten. Bei Kleintieren, die in Käfigen oder Aquarien gehalten werden können, darf er gar nicht mitreden, bei gefährlichen Tieren dagegen schon. Und bei größeren Tieren wie Hunden kann er im Mietvertrag einen sogenannten Erlaubnisvorbehalt festlegen, der Mieter muss dann erst seine Zustimmung einholen. Dies darf der Vermieter aber nur mit guten Gründen verweigern oder widerrufen – etwa wenn ein Hund oft laut störend bellt oder das Terrarium bis zum Dachboden stinkt.

Neben Platz brauchen Tiere regelmäßig was zu beißen und entweder sehr viel Zuwendung oder allerlei Spielsachen. In Summe, so hat der Deutsche Tierschutzbund errechnet, produziert zum Beispiel ein Hund damit 500 bis 1.200 Euro Kosten pro Jahr. Auf seine Lebenszeit hochgerechnet summieren sich die Kosten auf 12.000 bis 20.000 Euro. Kleinere Hunde leben oft länger als große und sind deshalb nicht zwingend günstiger.

Teurer kann es werden, wenn man bei Ausstattung und Versorgung auf mehr Qualität achtet. Biologisch korrekte Frischfleischhäppchen kosten mehr als Dosenkost und liegen zurzeit im Trend. Hundebekleidung und flauschige Körbchendecken ebenso. Für Katzen muss man nach Angaben des Tierschutzbundes im Schnitt 700 Euro jährlich ausgeben, was sich über eine Lebensspanne von bis zu 18 Jahren immerhin auf 10.000 Euro summieren kann.

Mit 500 Euro sollte man auch bei Reitpferden rechnen – allerdings pro Monat. Weil man bei ihnen allein 250 bis 450 Euro monatlich für eine Einstellbox berappt, kommen schnell 6.000 Euro jährlich zusammen inklusive Futter und Hufbeschlag. Das ist dann das Nötigste, fürs Reiten ist man damit noch gar nicht ausgestattet.

Am billigsten sind natürlich Kleintiere. Meerschweinchen, Kaninchen oder Vögel fressen wenig und brauchen nur einen ordentlichen Käfig. Meist reichen 150 Euro pro Tier und Jahr. Fische sind doppelt so teuer, wenn man ihnen kein Luxusaquarium baut. Dennoch kann man selbst für die Meerschweinchenhaltung mit mehreren Tausend Euro insgesamt rechnen, weil die Tiere bis zu acht Jahre leben und am besten zu zweit gehalten werden sollten, damit sie nicht vor Einsamkeit krank werden. Für viele Vögel gilt das übrigens auch.

Wer permanent knapp bei Kasse ist, möge all das bedenken, bevor er sich ein Tier anschafft. Wer hingegen nur phasenweise kein Geld fürs Futter hat, kann sich an die sogenannten Tiertafeln wenden: Diese Initiativen unterstützen bedürftige Hunde- und Katzenbesitzer mit Futterspenden.