Alfred Dorfer © Peter Rigaud

Zeit für ein märchenhaftes Komödchen. Der Sommer ist ja die richtige Zeit dazu. Im lustigen Schwank Liste Pilz oder Die Reise nach Rom spaltet sich zunächst vom kleinen Königreich der Grünen ein noch kleineres Reichlein ab, woraufhin das viel geprüfte Ökostan in zerstrittene Fragmente zerfällt. Und, oh Wunder, das neue Dingsbums entwickelt sich zu einem winzigen Fürstentum, das am Tisch der Großen mitnaschen darf. Dann nascht angeblich der neue Kleinfürst etwas zu sehr. Der Zeitpunkt ist perfekt, und er muss zurücktreten. Wie einst bei Odysseus und seinem verwaisten Hofe fallen nun die Höflinge übereinander her, um einen der wenigen Plätze an der Sonne, respektive am Futtertrog, zu erhaschen. Doch Odysseus kehrt zurück nach Intrigaria, und so stellt sich die Frage, wer jetzt wohl seinen Platz räumen soll. Es überschlagen sich die Ereignisse, und die Günstlinge übertreffen einander mit gegenseitigen Schuldzuweisungen. Der eine tritt zurück, weil er mit dem Ganzen nichts mehr zu tun haben will. Eine andere möchte ihren Platz einfach nicht räumen. Da geht es aber natürlich nicht um Macht und Geld. Nein, es geht nach wie vor um Visionen. Darauf werden ihr, wie in zivilisatorischen Bewegungen üblich, Ohrfeigen angedroht. Doch nicht genug der Grobheiten, nun kommen zwei fast greise Statthalter an die Macht. Diese Doppelspitze koste das Volk "keinesfalls mehr Geld", heißt es verdächtig schnell. Was geschieht als Nächstes? Wird der Fürst ante portas seine Widersacher mit einem giftigen Pestizid namens Neonicotinoid unschädlich machen? Oder wird der ganze Minimundus vom Erdboden verschlungen? Oder kehrt gar Frieden ein in Pilziputanien? Fortsetzung folgt. Bestimmt.