Manchmal geht alles schief: Die Airline streicht aus fadenscheinigen Gründen den Urlaubsflug, Geld zurück gibt es nicht. Ein Paket wird von der Post falsch ausgeliefert und bleibt verschwunden. Pech gehabt. Aus einer früheren Geldanlage steht eine Entschädigung der Bank aus. Man ist den Firmen und ihren Anwälten ausgeliefert. Und wenn man selbst einen Anwalt einschalten will, kann das teuer werden. Hilft da eine Rechtsschutzversicherung?

Es kommt drauf an. In der Regel bieten die Policen einen Grundschutz, der ein Paket fest definierter Themen umfasst, das oft als "Privat, Beruf und Verkehr" (PBV) bezeichnet wird: Hier springt die Versicherung ein, wenn man sich zum Beispiel mit einem Händler über mangelhafte Produkte streitet, mit dem Arbeitgeber über eine Kündigung oder mit einem Unfallgegner über die Beulen im Auto. Andere Bausteine müssen hinzugekauft werden – etwa ein Wohnrechtsschutz, der Mietern beim Streit mit ihrem Vermieter hilft. Gegen Aufpreis gibt es auch Rechtsschutz für Streitigkeiten in Erbfällen, bei Studienplatzklagen, Falschberatung beim Aktienkauf, Daten- und Identitätsdiebstahl im Internet, Online-Betrug oder Cybermobbing. Wer also eine Police abschließt, sollte sich genau überlegen, welcher Schutz für ihn am sinnvollsten ist – und worauf er getrost verzichten kann. Zudem sollte man die Versicherungsbedingungen genau lesen – darin schließen Policen oft bestimmte Fälle aus, etwa Zahlungen im Streit über riskante Spiel- und Wettgeschäfte oder spekulative Geldanlagen.

Wer all das beachtet, sollte vor dem Abschluss einer Police die Preise vergleichen – dabei helfen zum Beispiel die Website der Stiftung Warentest, das Portal Finanztip.de oder auch www.check24.de. Denn Rechtsschutz-Policen sind nicht gerade billig: mit 300 Euro pro Jahr sollte man rechnen.

Geld, das man sich eher sparen kann, wenn man die Alternativen zum Anwalt kennt. Wer seine Rechte als Fluggast durchsetzen will, kann sich auch an die Schlichtungsstelle für den öffentlichen Personenverkehr wenden, die kostenlos schlichtet. Außerdem helfen Firmen wie Flightright, EUclaim oder Fairplane gegen eine erfolgsabhängig Provision, Geld bei Airlines einzuklagen.

In Finanzfragen kann eventuell ein Ombudsmann helfen, etwa der Ombudsmann für Versicherungen. Diese Schlichter versuchen bei Streitfällen mit Banken und Versicherungen eine gütliche Lösung herbeizuführen. Der Vorteil: Das Verfahren ist für den Beschwerdeführer kostenfrei.

Ähnlich funktioniert die Mediation, bei der ein Anwalt den Streit der Konfliktparteien schlichtet. Das ist zwar nicht umsonst, aber meist kostengünstiger als ein Rechtsstreit. Und es löst die Fronten, was vor allem in Streitigkeiten mit Kollegen oder Nachbarn viel wert ist. Manchmal hilft auch schon eine Rechtsberatung, wie sie etwa Interessenvertretungen der Verbraucher anbieten, zum Beispiel die Schutzgemeinschaft für Bankkunden oder der Aktionsbund Aktiver Anlegerschutz.

Wer angesichts dieser Möglichkeiten auf eine Rechtsschutzversicherung verzichtet, aber eines Tages doch den Klageweg gehen will, sollte im Internet nach Gleichgesinnten suchen, die womöglich schon eine Sammelklage angestrengt haben. So findet man Anwälte, die dann für eine Vielzahl von Betroffenen klagen und den Geschädigten im Erfolgsfall eine Forderung auszahlen; eine anteilige Prämie behalten sie dann als Gegenleistung ein. Das ist einfacher und günstiger, als allein vor Gericht zu ziehen.