Im vergangenen Jahr starben gleich drei bedeutende Kinderbuchautoren: Peter Härtling, Paddington-Erfinder Michael Bond und der Schwede Ulf Stark. Den kennen und lieben auch bei uns viele, spätestens seit er 1994 für Kannst du pfeifen, Johanna mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet wurde. Und obwohl Stark nun keine Geschichten mehr schreiben kann, gibt es für die deutschen Leser noch einmal gleich doppelt frische Lektüre.

Das Bilderbuch Meine kleine Schwester ist eine klassische Kind-bekommt-Geschwister-Geschichte. Doch wenn Ulf Stark sich des Themas annimmt und seine kleinen pointierten Texte begleitet werden von solch anarchisch-ausdrucksstarken Bildern wie denjenigen Charlotte Ramels, dann ist die olle Kamelle ein großer Guck- und Vorlesespaß.

Der zweite Stark-Nachlasstitel richtet sich an ältere Kinder. Unser Sommer mit Geist erzählt von den Freunden Aron und Amy, die einen Geist in einer Ölkanne finden. Es ist allerdings kein wünscherfüllender Luftikus, sondern ein ziemlich biestiger und eingeschüchterter Junge, der nur langsam auftaut. Eine philosophische und zugleich humorvolle Geschichte übers Vertrauen und Vermissen – und über Verletzungen und Verluste im Leben.

Ulf Stark/Per Gustavsson (Ill.): Unser Sommer mit Geist. Deutsch von Brigitta Kicherer; Rowohlt 2018; 128 S., 12,99 €

Ulf Stark/Charlotte Ramel (Ill.): Meine kleine Schwester. Deutsch von B. Kicherer; Klett Kinderbuch 2018; 32 S., 13,– €;