Jetzt aber schnell! Nur noch wenige Tage laufen die "Schmerz Sparwochen". Leser Markus M. aus Dresden hat das große, bunte Werbeschild vor einer Apotheke fotografiert, auf dem Variationen des Medikaments Voltaren angepriesen werden. Unter bestimmten Bedingungen bekommt man es einen Euro billiger. Die Details dazu stehen unten im Kleingedruckten des Plakats, das ich leider nicht lesen kann, ohne Augenschmerzen zu bekommen, was ich aber nicht will.

Herr M. schrieb weiter, dass er von Berufs wegen sehr gut wisse, wie es auf den Palliativstationen von Krankenhäusern zugehe, und dass eine Ein-Euro-Rabattaktion im Zusammenhang mit Schmerzen schnell unangebracht wirken könne. Was sicher richtig ist. Wer Schmerzen hat, ist kein Schnäppchenjäger. Und abgesehen davon, würde er sich wohl ohnehin keine Voltaren-Salbe kaufen.

Voltaren wird gern genommen nach Sportverletzungen wie Zerrungen oder Prellungen. Es ist auch deswegen ohne Rezept erhältlich, weil der enthaltene Wirkstoff so gering dosiert ist. Was wiederum heißt, dass man es eher bei Zipperlein einsetzt als bei echten Schmerzen. Dann brauche man schnell eine höhere Dosis, hat mir mein Hausarzt mal gesagt, als ich ihn explizit danach gefragt habe. Die richtige Dosis gibt es aber nur auf Rezept, und das Rezept gibt es nur beim Arzt. Ein Problem mit echten Schmerzen sollte man also mit einem Fachmann besprechen.

Das gilt übrigens auch für Probleme bei der Kundenansprache. Beim Blick ins Archiv fiel mir auf, dass Voltaren vor zwei Jahren schon einmal Gast in der Quengelzone war. Damals behauptete der Hersteller, Voltaren-Schmerzgel wirke "bis zu viermal schneller" als ein Gel ohne Wirkstoff. Es leistet also das Gleiche wie ein Placebo, das allerdings in kürzerer Zeit. Was meine Vermutung unterstützt, dass man bei Schmerzen besser etwas anderes nehmen soll. Zu welchem Preis auch immer.